Volltext: Kurze Geschichte Steyrs

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ö^mgurfe dich mit frischem Grün, du treubewährtes Steyer, 
Und rüste dich so gut du kannst zu deiner Jubelfeier: 
Denn viel der Gäste kommen heut' aus Östreichs weiten Gauen, 
Um dich, du alte Eisenstadt, im Festesschmuck zu schauen! 
Neunhundert Jahre sind verrauscht im großen Meer der Zeiten, 
Seit du am Enns- und Steyerstrand begannst dich auszubreiten, 
Seit deiner ersten Hämmer Klang dies stille Thal belebte 
Und wie ein Gruß hinauf zur Burg der Ottokare schwebte. 
Oft sahst du wechseln Ruh' und Glück mit Stürmen und Gefahren, 
Doch frischen Muth und Schaffensdrang verstand'st du stets zu wahren; 
Dein bied'res Völklein trug mit Lust der Arbeit schwerste Bürde, 
D'rum kamst du früh zu Ehr' und Macht, zu Reichthum und zu Würde. 
Die erzdurchzog'ue Steyermark, berühmt in Süd und Norden, 
Zu deren schmucker Hauptstadt du für lange Zeit geworden, 
Sie gibt noch heute Zeugniß dir, der alten Metropole, 
Daß btt dereinst den Grund gelegt zu ihrem f mV rat Wohle. 
Doch nicht auf diesem Feld allein haft Lorbeern bu erworben, 
Dein Sinn für Knust unb Wissenschaft ist nie dir auch erstorben; 
Du Pflegtest mit beut Guten stets bas Eble unb das Schöne, 
D'rum suchten dich auch gerne auf ber Musen heisre Söhne. 
Einst bargst bu in ber Styraburg ber Babenberger Blüthe, 
Den glorreich-weisen Leopolb mit sinnigem Gemüthe; 
Die Minnesänger haben bir ihr Bestes wol gesungen, 
Soll hier boch einst entstauben sein bas Lieb ber Nibelungen. 
Wer beine Giebeldächer schaut, des Friebhoss Sänleugänge, 
Der Kirchen majeftät’fchen Bau, des Rathhausthurms Gepränge, 
Dem geben diese Zeugen kund aus längst entfchround’itcn Tagen, 
Daß frommer Sinn und deutscher Geist den Sitz hier aufgeschlagen. —
	        

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