Volltext: Johannes Bünderlin von Linz und die oberösterreichischen Täufergemeinden in den Jahren 1525 - 1531

Vorwort. 
Ich habe im Jahresberichte für 1889 des Museums Francisco-“ 
Carolinum, zugleich Gesellschaft für Landeskunde in Oberöster 
reich in Linz a. d. Donau, angeregt durch Carl Hägens best 
bekanntes Buch: „Deutschlands religiöse und literarische Verhält 
nisse im Reformationszeitalter“ auf den Oberösterreicher Johannes 
Bünderlin, einen den Wiedertäufern zugerechneten Sektierer des 
16. Jahrhunderts, aufmerksam gemacht und in grofsen Zügen die 
Gedanken, denen er in seinen Schriften Ausdruck giebt, sowie 
deren Zusammenhang mit den religiösen und philosophischen 
Ideen seiner Zeit darzustellen versucht. Dieser Versuch gab die 
Anregung zu dem hiermit veröffentlichten Buche, in dem, soweit 
dies die vorhandenen Quellen ermöglichen, die ursprüngliche Skizze 
ausgeführt und vervollständigt wird. 
Bei der Veröffentlichung dieser Arbeit, welcher eine sorg 
fältige und gewissenhafte Benutzung einer umfassenden Litteratur 
und zahlreicher noch ungedruckter Quellen — zum Teil im An 
hänge veröffentlicht — vorausgegangen ist, leitet mich in erster 
Linie das Bestreben, meine Landsleute mit einem Manne bekannt 
zu machen, der die radikalsten religiösen Grundsätze seiner Zeit 
in sich aufgenommen und zu einem System auszubilden versucht 
hat, und ihnen eben damit ein Bild dieser Zeit und der Rück 
schläge, Stimmungen und Ereignisse, unter denen sie sich in 
unserem schönen Oberösterreich bethätigte, zu zeichnen. 
Der Inhalt des Buches beschränkt sich auf jenen Zeitraum, 
in welchem ich auf Grund des vorhandenen Quellenmaterials die 
Schicksale Bündeiiins verfolgen konnte, zugleich den Zeitraum, in 
welchem die Wellen der religiösen Bewegung in unserem Vater 
lande am höchsten gingen.
	        
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