Full text: Geschichte des Badeortes Ischl

Ischl wie es war. 
Am Beginne des 19. Jahrhunderts 
«rg das Salzkammergut noch völlig ab 
geschieden von jedem Welt- und Frem 
denverkehr. Seine Lebensader war die 
grüne Traun, auf deren damals noch viel 
befahrenen Fluten die Salzschiffe von 
Steeg über Ischl traunabwärts fuhren, 
um dann über den Gmundnersee ihre 
Wanderung bis ins Schwarze Meer fort 
zusetzend) Hallstatt, Ischl, Ebensee und 
Gmunden waren die Hauptansiedlungen, 
welche bei diesem Salztransporte in Be 
tracht kamen und die auch auf diesem 
Salzhandel ihre Lebensfähigkeit aufge 
baut hatten. Besonders Gmunden als 
Stapelplatz hatte es bald zu Reichtum 
und Ansehen gebracht und diese Stadt 
mit ihren Gräben, Mauern und Türmen 
war schon im Mittelalter eine der be 
deutendsten des Landes ob der Enns?) 
Das Salz wurde in den Salinen Hall 
statt, Ischl und Ebensee in Fuder (große 
Stöcke) geformt, in den Pfieseln (Salz- 
börrkammern) gedörrt und dann auf 
Schiffen nach Gmunden, welches auch 
der Sitz des Salzvberamtmannes war, 
befördert. Hier erfolgte die Verpackung 
des Salzes in Centnerfasseln, Kufen oder 
auch Fuder bezeichnet. Die Ischler- 
Traunreiter, die ihre Last abgegeben 
hatten, brachten nun auf ihren leeren 
Schiffen, die von Pferden auf dem Trip 
pelwege längs des Sees und der Traun 
hinaufgezogen wurden. Lebensmittel in 
das innere Salzkammergut. Dieses Hin 
unter- und Hinausbefördern der Schiffe 
von Gmunden bis Hallstatt nannte man 
den Traunzug. Das Hinauffahren allein 
den Gegentrieb. So war die Traun das 
Hauptverkehrsmittel der guten alten Zeit, 
nur im Winter konnte sie wegen des nie 
deren Wasserstandes nicht befahren wer 
den. Unter Kaiserin Maria Theresia war 
der Salzhandel, der bis 1776 in Privat- 
Händen gelegen war, verstaatlicht wor 
den?) Zu Beginn des 19. Jahrhun 
derts finden sich noch zu Ischl Nach 
kömmlinge der stolzen Salzfertiger-Ge- 
schlechter, der einstigen Patrizier des in 
neren Kammergutes. Ischls Charak 
ter zu jener Zeit war noch ein recht 
dörflicher, obwohl es schon unter Kaiser 
Friedrich III. im Jahre 1466 zum Markte 
erhoben worden war. Der Ruf seiner 
Schönheit war noch nicht in die Well 
hinausgedrungen — obzwar schon der 
berühmte Geograph Alexander von Hum 
boldt in einem Briefe, den er von Salz 
burg 1797 an Josef von Schot, den Lei 
ter des botanischen Gartens der Wie 
ner Universität richtete, über die Schön 
heiten des Salzkammergutes als einer 
der ersten geschrieben hat. Cr sagt da: „Ich 
gestehe, daß ich in der Schweiz keine sol 
chen großen Naturszenen kenne als diese 
oberösterreichischen. Dazu ist das Volk! 
mir ungleich interessanter und liebens-
        

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