in sanitärer und in sportlicher Beziehung von England
noch manches lernen können und sollen; es wäre auch töricht,
nicht anzuerkennen, was England in technischer oder wissen¬
schaftlicher Hinsicht geleistet hat und es wäre unser größter
Schade, wenn wir uns diesen Fortschritten gegenüber ego¬
istisch verschließen würden. Auch wäre es der größte Fehler,
wenn wir jetzt aufhören würden, fremde Sprachen zu lernen
und etwa wegen des Krieges die englische oder die französische
Sprache aus unseren Lehrplänen ausmerzen wollten. Es war
stets eine deutsche Tugend, von Fremden zu lernen und das
Fremde anzuerkennen, nur haben wir zu oft darüber unsere
Eigenberechtigung vergessen, unsere Würde verloren. Es
ist geradezu Pflicht der deutschen Kultur, auch weiterhin den
Austausch mit dem Fremden zu pflegen, nur dürfen wir da
nicht in die frühere Einseitigkeit und Anverständigkeit verfallen.
Der Krieg wird uns auch nicht hindern, nach Abschluß
desselben wieder unsere Waren nach England zu verkaufen,
oder englisches Kapital und englischen Unternehmungsgeist
bei uns zu verwerten. Was uns aber bis jetzt gekennzeichnet
hat, diese hündische Verehrung des Ausländischen — und dabei
spielte England jedenfalls die erste Geige —, das muß in Weg¬
fall kommen. Wir müssen trachten, mit unseren Erzeugnissen,
mit unserem Sportbetrieb den Engländern gleichzukommen.
Wir müssen aufhören, das auswärtige Minderwertige
für besser als das aus Österreich-Ungarn Stammende an¬
sehen und uns, wenn wir auch in irgend einem Zweige zurück¬
stehen, deshalb für minderwertig zu halten. Wir sollen gewiß
nicht verhindern, daß englische Gäste unsere böhmischen Bade¬
orte oder die schönen Sommerfrischen in Tirol und im Salz¬
kammergut besuchen, aber wir werden gut tun, die scheue
Verehrung, mit der wir jede englische Laune begrüßt haben,
abzulegen. Sind die Engländer jetzt etwa im Kriege gewiß
darüber erstaunt worden, was wir imstande waren, zu
leisten, so sollten wir sie auch im Frieden zwingen, anzuer¬
kennen, was wir leisten können. Wir müssen ihnen zeigen, was
wir wert sind. Verfehlt wäre es ja auch, wegen des gegen-
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