Illustrierte Geschichte des Weltkrieges' 1914/15.
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Deutsche Kavallerie kommt auf dem Wege zur Front durch St.-Mihiel.
Phot- Leipziger Presse-Büro-
geschwader wenigstens auf schwache englische Seestreitkräfte,
die, soweit sie von uns nicht unschädlich gewacht wurden,
was übrigens das englische Volk niemals erfuhr, allerdings
schleunigst das Weite suchten. Diesmal sichteten unsere
Kreuzer aber überhaupt kein englisches Schiff.
Beim Ealloper Feuerschiff brachte am 1. Mai ein
deutsches Unterseeboot einen englischen Torpedoboot
zerstörer, den „Recruit", durch einen Torpedoschutz zum
Sinken. Am selben Tage fand in der Nähe vom Noord-
hinder Feuerschiff ein Gefecht zwischen zwei deutschen
Vorpostenbooten und einigen bewaffneten englischen Fisch
dampfern statt, deren einer vernichtet wurde. Hierauf griff
eine Division englischer Torpedobootzerstörer in das Gefecht
ein, das dann bald mit dem Verlust unserer Vorposten
boote endete. Die britische Admiralität gab bekannt, datz der
größte Teil der Besatzungen gerettet wurde; wie sich später
herausstellte, waren es 2 deutsche Offiziere und 44 Mann.
Am 7. Mai flog eine Nachricht des Reuterschen Büros
durch die Welt, die in ihrer lakonischen Kürze bei allen,
die die weittragende Bedeutung der Meldung zu beurteilen
verstanden, geradezu Entsetzen erregte. An dem genannten
Tage meldete Reuter kurz und bündig: Der Eunard-
Dampfer „Lusitania" ist torpediert worden und gesunken.
Hilfe ist gesandt. Die „Lusitania" ist der beste Dampfer
der Cunard-Linie mit 31 500 Registertons.
Der Untergang dieses stolzen Schiffes (siehe die Kunst
beilage) erregte noch besonderes Aufsehen durch verschie
dene Umstände, die ihm vorausgingen. Am Sonnabend,
den 1. Mai, erschien in den amerikanischen Zeitungen an
auffälliger Stelle folgende Warnung der deutschen Botschaft
in Amerika:
„Reisende, die sich zur Fahrt über den Atlantischen Ozean
einzuschiffen beabsichtigen, werden daran erinnert, datz
zwischen Deutschland und seinen Verbündeten und Groß
britannien und seinen Verbündeten Kriegszustand besteht;
datz die Kriegszone die an die britischen Inseln stoßenden
Gewässer einschließt; datz gemäß der von der Kaiserlich
Deutschen Regierung ausgegebenen formellen Bekannt-