Full text: Oberösterreichischer Preßvereins-Kalender auf das Jahr 1902 (1902)

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3)es Äkmi8ner8 frommer Gruß 
^ on dämmert es im Walde, Wald- 
TdeHv vöglein gieng zur Ruh, 
Leist flüstert traute Worte ein Baum dem 
andern zu, 
lind stiller ist zu hören der Quelle rauschend 
Lied, 
Den Frieden nicht zu stören, im heil'gen 
Waldgebiet. 
Und aus den Gründen steigen die Nebel 
schleier weiß, 
Die Waldesblumen neigen im Traum die 
Köpfchen leist; 
Versenkt in Traumeswonnen die blaue 
Glocke steh't —, 
Durch dunkle Waldeskronen der kühle 
Nachtwind weht. 
Und dort in stiller Klause die tief im 
Walde stand, 
Da kniete im Gebete ein Mann im Mönchs- 
gewand; 
(Nachdruck verboten.) 
Gin schlichter frommer Bruder, an 
Tugend wunderreich, 
Lin Mönch mit milden Zügen, doch 
wie entsagungsbleich. 
Der hatte längst gemieden die Welt 
mit ihrer Lust 
Und fand im Waldesfrieden den 
Frieden in der Brust. 
So weiht' er Gott sein Leben in 
Waldeseinsamkeit, 
Zn Treuen auch ergeben Marien 
allezeit. 
Die Welt, die er verlassen, sie lockt' 
ihn nicht zurück; 
Zm Minnedienst der Jungfrau fand 
er sein ganzes Glück. 
Des Tag's zu tausendmalen sprach er mit 
frommem Mund: 
„Gegrüßt seist du Maria I" aus tiefstem 
Herzensgrund. 
Und wie er so gebetet, der Lrde ganz entrückt, 
Da plötzlich — ward sein Auge vom 
lhimmelglanz entzückt; 
Von strahlend gold'ner stelle, wie nimmer 
er geschaut: 
Auf Wolken schwebte nieder vor ihm die 
Himmelsbraut. 
Maria, die ihm immer getreue Mutter war; 
Zhr Kleid wie Lilienschimmer, wie laut'res 
Gold ihr Haar, 
Und funkelnd auf dem Haupte den gold'nen 
Sternenkranz, 
Und in der zarten Rechten des Lilienfcepters 
Glanz. 
Und steh, von ihren Schultern da wallte 
wunderbar
        

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