Full text: Streifzüge im Gebiete der österreichischen Geschichte und Sage

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er ihm den Maulkorb abnahm und es mit einigen Worten auf 
munterte , unversehens das Ross des Gegners mit Bissen 
anfiel. 
Am Kampfplatze stand eine Bühne für das erlauchte 
Brautpaar und die zusehenden Edelfrauen. 
Die Trompete ertönte und die beiden Kämpfer rasselten 
gegen einander, indem sie sich mit den Spiessen aus dem 
Sattel zu heben suchten. 
Beide stiessen fehl. 
Jetzt griffen sie zu ihren Wehren. 
Körnige Hiebe schmetterte der Spanier auf den Helm und 
Harnisch seines Gegners, welcher lediglich seinen Schild ent- 
gegenboth und bei seinen Landesgenossen hiedurch schon die 
grösste Besorgniss erregte, als habe ihn die Kühnheit und 
Kraft des Spaniers muthlos gemacht. 
Dieser aber hieb blind und unermüdet darauf zu und 
gerieth in eine wahre Perserkerwuth — da hatte der flugs 
und besonnene Losensteiner den Augenblick erfasst; rasch 
schleuderte er seinem Rosse den Maulkorb herab, rief dem 
Thiere einige Worte zu und Hess ihm den Zügel schiessen. 
Das Pferd packte das des Spaniers bei der Nase und biss sich 
mit seinen guten Zähnen hinein, indem es dasselbe nunmehr 
festhielt. Jetzt erfasste der in seiner Kraft noch ungeschwächte 
Losensteiner seinen gewaltigen »Beidenhänder« und schwang 
ihn hoch über dem Haupte des Spaniers. Mit zwei Streichen 
hatte er den Helm des hispanischen Prahlers aufgeschlagen 
und ihm ein Paar tiefe Wunden beigebracht, so dass dieser 
blutend vom Pferde in den Sand herabtaumelte. 
Schon hob der Oesterreicher abermals seinen Beidenhänder 
um dem Spanier den »Garaus zu machen« — 
Da rief der Herzog »Friede!« —
	        
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