Full text: Streifzüge im Gebiete der österreichischen Geschichte und Sage

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Vorrechten in keiner Weise präjudiciret werden; wohl aber sollten 
die fraglichen primi magistri des S. Wenceslaus Collegiums caeteris 
paribus den Ausländern in der Beförderung zu Aemtern Vorgehen. 
Diese merkwürdige Urkunde ist aber mit dem Datum: 
Linz, den 4. November anno 1680 versehen und ich führe 
nunmehr ihren vollständigen Wortlaut an: 
Wir Leopold, etc. 
Bekennen öffentlich mit diesem ßrieif, und thun 
kund jedermänniglich: Wiewohl die hohe Rom. Kayserliche und 
Königliche Würde durch die Macht, und Gewalt Ihres erleuch 
teten Throns, neben andern fürtrefflichen Herrlichkeiten, auch mit 
ansehnlichen Edlen Ständen, und Geschlechtern umgeben, ge- 
zieret, und versehen ist; Jedoch, nachdeme die Menschen, und 
solche Edle Geschlechter, nach Ordnung, Willen, und Sazung 
des Allmächtigen, durch den zeitlichen Todes-Fall, oder in an 
dere Weg, bisweilen in Abnehmen, und Minderung gerathen, und 
je mildiglicher die Kayserliche und Königliche Würde, und Ho 
heit ihre Gaben, und Gnaden dergleichen Edlen Geschlechtern, 
und Getreuen, wohl-verdienten Unterthanen austheilet, und 
Sie ihren ehrlichen, und Adelichen Tugenden, und Wobl- 
thaten, auch getreuen Verdiensten nach, zu höheren Ehren 
und Würden erhebet, je mehr die Glori und Herrlichkeit ihres 
erleuchteten Throns dardurch geschmücket, gezieret, und aus 
gebreitet , denen Unterthanen und aufrichtigen Gemüthern auch 
zu allen weitern Adelichen Tugenden, und rühmlichen Thaten 
eine Begierlichkeit, Anreitzung, und Ursach gegeben wird, Wir 
auch aus deroselben erleuchteten Kayserlichen, und Königlichen 
Höhe, darein Uns der Allmächtige, nach seiner Göttlichen Ver 
ordnung, gnädigen Willen, und Vorsehung gesetzet, und aus 
angebohrner sonderbahren Güte, und Müdigkeit je - und alle 
zeit geneigt seynd, aller und jeder Unserer Erb-Königreich- 
Fürstenthum - und Länder getreuer Unterthanen Ehr, Nutz, 
Aufnehmen, und Bestes zu befördern, sonderlich aber dieje
	        
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