Full text: Österreichisches Kriegs-Kochbuch

Belehrung über die wichtigsten Lebensmitteln 
vom kriegswirtschaftlichen Standpunkte. 
Mehl. Mit Weizen- und Roggenmehl ist ganz besonders zu spareu, da die 
inländischen Vorräte den bisher gewohnten Verbrauch nicht decken. Das Mehl muß 
in erster Reihe zum Backen vou Brot verwendet werden. Brot müssen alle haben, 
Kuchen muß nicht gegessen werden. Werden Kuchen gebacken, dann verwende man 
andere Mehlarten. Das Gerstenmehl ist besonders zur Bereitung gekochter 
Mehlspeisen, zum Einbrennen zc. zu empfehlen, das Weizenbrotmehl zur 
Bereitung anderer Mehlspeisen. Es kann aber auch zum Kochen von Mehlspeise:: 
herangezogen werden. Mais-, Reis-, Kartoffel- und Hafermehl sind für- 
besondere Zwecke, die durch die Rezepte erklärt werden, sehr gut zu verwenden. 
Bemerkt muß werden, daß die Mehle sich in Bezug auf Farbe und Vermahlung 
nicht immer gleichen. Die tüchtige Hausfrau muß daher darauf bedacht sein, die 
Unterschiede herauszufinden, um sich danach richten zu können. Dunkleres Gersten- 
ltnd Weizenbrotmehl kann z. B. mit Reis- und Maismehl (ungefähr zum 4. Teile) 
vermengt werden. 
(Hekeiz. Statt Weizengrieß soll Reisgrieß, Mais grieß und Polentagrieß 
verwendet werden. Der Reisgrieß ist ganz besonders schmackhaft, wenn er stark 
befeuchtet und so lange stehen gelassen wird. Die Rezepte geben die näheren Er¬ 
klärungen. (Die Bereitung von Speisen aus Maisgrieß kann nach denselben Rezepten 
erfolgen, die in diesem Buche für die Bereitung von Speisen aus Reisgrieß angegeben sind.) 
Reis. Kann wohl verwendet werden, weil im Jnlande noch Vorräte sind 
und zeitweilig Einfuhrmöglichkeiten entstehen, aber seine Stelle sollen möglichst oft 
Graupen einnehmen. Diese sind inländischer Herkunft, schmackhaft und nahrhaft. 
Ffeiftib. Der Fleischverbrauch soll möglichst eingeschränkt werden. Kalb¬ 
fleisch ist besonders zu vermeiden, dafür ist Schöpsen-(Hammel-)Fleisch mehr 
zu beachten, ferner die Jnnenteile des Rindes (Zunge, Lunge, Leber, Nieren, 
Enter usw.), da viel Fleisch zur Konservenfabrikation für unsere Soldaten gebraucht 
wird und diese Teile übrig bleiben. Überhaupt sollen die billigeren Fleischsorten 
mehr beachtet werden, um die Preise für die feineren Fleischsorten, nach denen stets 
starke Nachfrage ist, nicht noch höher werden zu lassen. 
Fett. Wie mit dem Fleisch, soll auch mit Fett gespart werden. Es läßt sich 
in der Küche bei einiger Aufmerksamkeit viel ersparen, noch mehr aber dadurch, 
daß das Brot nicht so oft mit Fettaufstrich gegessen wird. Ein großes Fettersparnis 
wird auch durch Bereitung der int Vorwort erwähnten zusammengestellten Speisen
        

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