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.puppe Lüttich zu schützen, Verbindung mit der südlich der Festung
zwischen Ourthe und Maas befindlichen 9. Kavallerie-Division auf¬
zunehmen und möglichst bald Lüttich auf der Südfront westlich des
Ourthe-Abschnittes abzuschließen. Das Korps durfte nur nach
vorher bei General v. Einem eingeholter Genehmigung Teile im
Angriff gegen die Lütticher Befestigungen festlegen. Die 38, In¬
fanterie-Brigade trat in den Korpsverband zurück. Das zusammen¬
gesetzte Korps Emmich erhielt Befehl, die Westfront der Festung
vom Fort de Lantin einschließlich bis zur Maas anzugreifen, so¬
bald schwere Artillerie hierzu verfügbar war. Den Einsatz der sämt¬
lichen Fußartillerie-Formationen hatte der vom Stabe des Ober¬
kommandos der 2. Armee zur Armeegruppe Einem übergetretene
Generalleutnant Steinmetz, den Einsatz der Pioniere Oberst Friemel
zu regeln. Es kam nicht darauf an, einen planmäßigen Angriff
gegen die Festung zu eröffnen; sondern den einzelnen Werk¬
besatzungen war die Möglichkeit jeder Außenbeobachtung im Vor¬
gelände, besonders auch auf den benachbarten Kirchtürmen zu
nehmen; dann waren die Forts der Reihe nach durch die schwere
und schwerste Artillerie zusammenzuschießen. Die auf wenige 100 m
heranzuschiebende Infanterie und Pioniere hatten in Feuerpausen
die erreichte Wirkung zu erkunden. Es waren daher in erster Linie
alle Maßnahmen zur schnellen Feuereröffnung aller erreichbaren
schweren Artillerie zu treffen. Generaloberst v. Bülow wies am
10.8. mit folgenden Worten auf die Bedeutung der schweren Küsten-
Mörser hin: „Ich lege den größten Wert darauf, daß dieses An¬
griffsmittel, welches allein einen absolut sichern Erfolg verbürgt,
unter allen Umständen schleunigst eingesetzt wird. Es wäre ein
schwerer, nicht gut zu machender Fehler, wegen vermeintlicher
Schwierigkeiten darauf zu verzichten."
Das Kavalleriekorps v. d. Marwitz hatte durch seine Aufklärungs¬
abteilungen bis 11.8. morgens festgestellt (siehe Abersichtskarte),
daß Bortruppen belgisch-französischer Kräfte in der Linie Tir-
lemont—Maasfeste tzuy standen. Eine belgische Kavallerie-Division
war anscheinend auf dem äußersten Nordflügel in Richtung Diest
zurückgewichen; in Gegend tzasselt war die Lage noch ungeklärt.
Die 2. und 4. Kavallerie-Division waren unter fortwährender,
Kämpfen durch St. Trond und südlich auf Tirlemont vorgerückt und