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Das in den Befestigungsgürtel von Lüttich gerissene Loch mußte
unverzüglich vergrößert werden. General v. Emmich leitete daher
bereits am folgenden Tage den Angriff von Lüttich heraus gegen
Fort d'Evegnoe und Fort de Floron, am Abend auch noch gegen
Fort de Pontisse ein gemäß der Weisung des Generals v. Einem,
zunächst die Nordwerke zu Fall zu bringen. An Artillerie standen
nur Feldartillerie und die beiden Mörserbatterien vom Fu߬
artillerie-Regiment 4 und 9 zur Verfügung. Die Infanterie der
27. Brigade wurde nur als Deckungstruppe gegen die Werke vor¬
geschoben. Am 10. und 11. August währte die Beschießung; am
11. August abends fiel das Fort d'Evegnee. Ein Sprengstück war
zwischen die drehbare Panzerkuppel und die feste Wandung des
Turins geraten. Trotz aller Bemühungen der Verteidiger konnte
die Panzerkuppel nicht mehr bewegt werden, sodaß die darin be¬
findliche Artillerie außer Gefecht gesetzt war. Schlimm zugerichtet
war die Betonierung des Mittelbaues. Hier hatten die deutschen
Granaten große Trichter hineingebohrt.
Bei der Beurteilung der Kämpfe um die Forts muß man der
schwierigen Lage des Verteidigers gerecht werden. Es ist an und
für sich schon eine ungeheuer schwere Aufgabe und erfordert eine
eiserne Disziplin in der Truppe, in einem niedrigen, wenig ge¬
lüfteten Hohlraum eines von jeder Verbindung nach außen ab¬
geschlossenen Werkes die Geschütze einwandfrei und sicher bis zur
letzten Granate zu bedienen, unbeirrt um das ständige Dröhnen
und Krachen der in nächster Nähe einfchlagenden feindlichen Ge¬
schosse. Hier kam dazu, daß die Festungswerke von der Stadt
aus beschossen wurden. Höchstens ein kleiner Teil der Fortartillerie
vermochte überhaupt den Kamps in dieser Richtung zu führen;
die artilleristische Beobachtungsmöglichkeit nach dorthin war sehr
mangelhaft; aus bombensicheren Beobachtungsstellen war sie meist
überhaupt nicht möglich. So gelang es dem Verteidiger oft gar
nicht, die deutschen Batterien zu entdecken. Rechnet man dazu
ein häufiges Versagen der Fernsprechverbindungen innerhalb der
Werke, was nach den Gesangenenaussagen wahrscheinlich statt-
gesunden hat, so ist es leicht verständlich, daß die Forts selbst gegen
die in diesen Tagen noch sehr schwache schwere Artillerie des An¬
greifers den Kamps nicht erfolgreich durchzuführen vermochten,