Volltext: Unsere Führer im Weltkrieg

Nach kurzer Rede erfolgte nunmehr die Übergabe des Degens 
des Kommandanten und der Festungspapiere an den Krön- 
Prinzen, der mit einigen höflichen Worten dem Kommandanten 
den Degen zurückgab, was den Franzosen sichtlich ergriff." 
Diese Ritterlichkeit des (deutschen) Kronprinzen zeigt, 
wie wenig die Vorwürfe von barbarischer Kriegsführung 
der Deutschen angezeigt waren, und die Anschuldigungen 
erhalten eine seltsame Beleuchtung in der Erfahrung, die 
man nachträglich machte, daß in Longwy Dum-Dum-Ge- 
schösse verwendet worden waren, und daß dort sogar eine Ma¬ 
schine zu ihrer Herstellung bereitstand. Es ist begreiflich, daß 
daraufhin der Kronprinz dem gefangenen Kommandanten 
den Degen wieder abnehmen ließ. 
Vom 29. August an vollzog sich unter täglichen Kämpfen 
der Übergang der Armee des deutschen Kronprinzen über 
die Maas und damit die befestigte Stellung in jenem Gebiet, 
das auf so lange Zeit hinaus der vielumstrittene Kampfplatz 
zwischen den Deutschen und den verbündeten Gegnern werden 
sollte. 
Von dem herzlichen Familienverhältnis in der kaiser- 
lichen Familie gab in jenen Tagen ein auch vom Wolffschen 
Telegraphenbureau verbreitetes Telegramm des Kaisers an die 
Kronprinzessin Kunde: „Innigsten Dank, Mein liebes Kind, 
freue Mich Mit Dir über Wilhelms ersten Sieg. Wie herrlich 
hat Gott ihm zur Seite gestanden, ihm sei Dank und Ehre. 
Ich habe Wilhelm Eisernes Kreuz 2. und t. Klasse verliehen. 
Oskar soll sich auch brillant mit seinen Grenadierengeschlagen 
haben, er hat Eisernes Kreuz 2. Klasse bekommen, sage 
das Ina-Marie. Gott schütze und helfe den Iungens auch 
weiter und sei auch mit dir und den Frauen allen. Papa 
Wilhelm." 
Aus der Zeit der Kämpfe um Longwy stammt auch die 
Parole des deutschen Kronprinzen: „Immer feste druff", die 
Ganghofer u. a. in folgender Strophe festgehalten hat: 
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