Full text: Der Dom zu Utrecht [4]

kleinen begrenzten, symmetrisch aufgelösten Feldern gliedert, prangt in der 
Mitte des Chores das massige Grabmal des Admirals van Gendt, das 
Rombout Verhulst 1672 schuf (Taf. 10). Nach dem barocken Geschmack 
unseres 17. Jahrhunderts in schroffem Kontrast von weiß zu schwarz auf 
gerichtet, mit schweren Trophäen und gedrängten Kränzen geschmückt, 
ist es ein richtiges Prunkgrab, pompös und großartig I Als Architektur 
werk steht es weit hinter dem Denkmal des 16. Jahrhunderts zurück, doch 
bilden die skulpturalen Teile seinen besten Reiz. Die für Verhulst so 
charakteristische, beinahe schon typisch gewordene Marmorfigur des Toten 
fesselt durch die Ausarbeitung des Antlitzes und der Lände, wie auch die 
kleinen Putten, die zur Seite der Pyramide einen Wappenschild halten 
und das malerisch gebildete Relief der Seeschlacht an der Vorderseite des 
Sarkophags große skulpturale Bravour zeigen. 
Mit diesem Grabmal ist zuletzt noch ein Kunstwerk in den Dom ge 
kommen, das der Absicht des großzügigen Bauwerkes einigermaßen ent 
sprach, obschon der Glanz doch nicht erreicht werden konnte, den er in der 
Blütezeit des späten Mittelalters besessen hatte. 
Literatur. 
P. I. Blok, Geschiedenis van het Nederlandsche volk, Dl. II, Groningen 
1893; S. Müller Fz., Oe Dom van Utrecht, Utrecht 1906; derselbe, Het 8chip 
van den Dom van Utrecht in „Bouwk :nst“, Tweemaandelyksch T.jdschrift, 
1. Jaarg., Afl. 6, Nov. 1909; Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des 
Abendlandes, Band II, Stuttgart 1901; A. W. Weiß mann, 6e5chiedeni3 der 
Nederlandsche Bouwkunst, Amsterdam 1912; Voorloopige lijst der Nederland 
sche Monumenten van Geschiedenis en Kunst, Dl. 1, Utrecht 1908; Slothouwer 
und De Ionge in dem Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond 
1919; S. Muller Fz., De Beeiden van Orattornbe van Bisschop R. van Diepholt, 
in „De Nederlandsche Musea“, 1916; M. van Notten, Rombout Verhulst, 
5oaag 1907. 
Verzeichnis der Bildtafeln: 
Tafel 1: Chor vorn Südosten. Tafel 2: Kircheninneres. Blick zum Chor 
und zu der Triforiengalerie. Tafel 3: Turm. Tafel 4: Kreuzgang. Tafel 5: 
Sakristeitür. Tafel 6: Äl. Grab. Tafel 7: Ll. Agnes. Tafel 8: St. Georg 
und St.Paulus. Tafel 9: Grab des Bischofs Georg von Egmond. Tafel 10: 
Grabmal des Admiral van Gendt. 
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