Full text: Der Dom zu Utrecht [4]

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Bei seinem Tod war sie noch unvollendet, erst um 1465 war sie iin Rohbau 
fertig, der skulpturale Schmuck, der die Kapelle zu einer der schönsten die 
einst den Dom zierten, macht, gehört erst dem letzten Viertel des 15. Jahr 
hunderts an. An der Ost-und Westwand zeigen das Maß-und Stabwerk 
noch deutlich die Polychromie, die ehemals offenbar die ganze Kapelle 
belebte. Aber dem Altar an der Ostwand war eine Kreuzigung skulpiert 
zwischen Maria und Johannes über Konsolen, die noch erhalten sind. 
Von demselben Bildhauer sind auch zahlreiche Engelsfiguren als Zwickel- 
füllung des Bogens gearbeitet, in Erfindung und Ausführung gleich ge 
lungen. Rach den letzten Untersuchungen ist der Dombaumeister Jacob 
van der Borch (1475) als ihr Schöpfer sichergestellt. Den Engelsfiguren 
wohnt große Ausdruckskraft und tiefes Gefühl inne; in den dreieckigen 
Feldern der Zwickel bewegen sie sich frei und unbehindert, die Passions 
werkzeuge in den Länden, den lauten Schmerz in Laltung und Gebärde 
darstellend. 
Auch an der Westwand sind von den Figuren, die in den Nischen 
standen, nur mehr die Konsolen übrig geblieben, die mit kauernden Wappen 
trägern skulpiert sind. Sie weisen eine andere Land als die Engelsfiguren 
auf, doch gehören sie stilistisch zu fünf kleinen Steinfiguren vom Grabmal 
Rudolfs von Diepholt, die jetzt im Zentralmuseuni in Atrecht aufbewahrt 
werden (T.7 und 8). Diese stellen die Leiligen Georg, Paulus,Agnes und 
Magdalena dar, Lochreliefs von den Längsseiten des Grabes, und den 
hl. Martin zu Pferd, eine größere Gruppe, die die Schmalseite abschloß. 
Wahrscheinlich ist Cornelis de Wael, der dem Jacob van der Borch als 
Dombaumeister nachfolgte, der Schöpfer dieser Figuren (und der Konsolen) 
gewesen, die in der Skulpturgeschichte Lollands eine hervorragende Be 
deutung besitzen. Sie weisen einen durchaus eigenen auch einigermaßen 
eigenartigen Charakter auf; an ein Format gebunden, das die Löhe der 
Grabtumba bestimmt, haben sie etwas gedrungenes bekommen, das noch 
durch die breiten Basen betont wird, auf denen sie in gewichtigem Stand 
motiv, von schweren Stoffen drapiert, dastehen. Der Reliefeindruck drängt 
sich auf. Wie das Laar gelegt wird, wie die Draperie sich faltet oder um 
den Arm gezogen wird, erinnert an die Art der Lolzschnitzer. And während 
wir sonst bei den Kunstschätzen des Domes schon zu wiederholten Malen
	        
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