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anderen nützlichen Handarbeiten, in der Haushaltungskunde, im
Zeichnen, Malen und Spritzen, in der französischen, englischen, ita—
lienischen Sprache und in der Pädagogik.“ U
Also viel Unterricht, aber kein Schultypus. Auch folgende Be—
stimmungen desselben Prospektes sind erwähnenswert: Die Pension
für einen Zögling beträgt per Monat 20 Gulden österr. Währung,
welche vierteljährig voraus zu entrichten ist. Der Unterricht in den
sämtlichen Normalgegenständen, im Zeichnen, Malen, in der franzö—
sischen, englischen und italienischen Sprache und in den weiblichen
Handarbeiten, die Reinigung der Wäsche und Bedienung sind in
dem jährlichen Verpflegsbetrag inbegriffen. Andere Erfordernisse
als Schulbücher, Arbeits-, Schreib- und Zeichenrequisiten, Arzt und
Arzneimittel, Briefporto, Kaffee und Obst usw., kommen auf Kosten
der Eltern, welche über genannte Auslagen vierteljährig Rechnung
erhalten. Für die Erlernung der Musik ist das jährliche Honorar
50 Gulden. Das zum Eintritte erforderliche Alter ist vom zurück—
gelegten sechsten bis zum zurückgelegten zwanzigsten Lebensjahr.
Das Schuljahr beginnt mit dem 16. September und schließt mit
dem 15. Juli. Die Zöglinge können nur von ihren Eltern oder Vor—
mündern ausgebeten werden und sollen von denselben abgeholt
und in die Anstalt zurückgeführt werden. Diese Ausgänge sind ein—
mal im Monate, und zwar in der ersten Woche am Sonntage ge—
stattet, wenn der Zögling durch entsprechenden Fleiß und Fort—
gang im Lernen es verdient; auch können die Eltern nur an diesem
Tage ihre Anfragen stellen.
Bald bekam aber auch das Internat eine förmliche Volksschule
mit fünf Klassen und hiefür am 3. November 1882 das Oeffentlich—
keitsrecht. Da aber diese innere Schule immer mehr auch von solchen
Kindern besucht wurde, welche nicht im Pensionate wohnten, also
keine Zöglinge waren, vielmehr bei ihren Eltern wohnend gegen
Entrichtung eines Schulgeldes nur den Unterricht mit den Zög—
lingen genossen, entschloß man sich, die innere der äußeren eben—
bürtig zu organisieren, das heißt sie zu einer siebenklassigen zu er—
weitern, was der k. k. Stadtschulrat im Dezember 1887 genehmigte.
Nur ließ man in den nächsten Jahren wegen Mangels an Lehr—
kräften die zwei oder drei untersten Klassen in der äußeren Schule
unterrichten.
Im Schuljahre 18091, 1892 wurde die innere Schule achtklassig
und näherte sich hinsichtlich des Lehrplanes der drei obersten Klassen
dem gesetzlichen Typus der Bürgerschule. Endlich wurde die förm—
liche Teilung in fünf Volksschulklassen und drei Bürgerschulklassen
durchgeführt und der so ausgestalteten Schule durch Ministerialerlaß
vom 20. März 1899 das Oeffentlichkeitsrecht zuerkannt.
Die Fortbildung der Pensionatsmädchen über 14 Jahren, so—
weit sie nicht etwa noch in der Bürgerschule waren, führte im Jahre
1900 zur Schaffung einer Töchterschule mit zwei Jahrgängen. Dabei