es lag nur an dem Kaiser, der noch immer seinem Gegner Otto,
Heinrichs des Löwen Sohn, mißtraute, daß dieses Unterneh
men bis jetzt noch nicht zur 'Ausführung gekommen. Auf des
Papstes wiederhohltes Andringen berief endlich Friedrich einen
Reichstag nach Nürnberg, auf welcher Versammlung er mit
Andreas von Ungarn sich zu diesem Zuge verband , und Leopold
denselben mitzumachen sich entschloß.
Bevor sich indessen der Herzog zu dieser fernett Fahrt an
schickte, ging er nach Grätz, und kam auf seiner Durchreise,
am Aschermittwoche, in seinem Marienthale an. Da sah er,
wie die Säulen und Pfeiler der Kirche emporstrebten, und ihre
palmenähnlichen Kronen schon das Gewölbe suchten; er sah,
wie der Kreuzgang sich seiner Vollendung nahte, und wie auch
schon alles zu dem Baue eines Armenspitales vorbereitet warv
Er fand weiters den Bau des Porten-Wirthshauses begonnen,
und hörte, daß auch in Pfaffstätten an einem Hofe gebauet
werde. Erfreut über alles, was er sah, belobte er den rastlo
sen Eifer Gebhards, und empfahl sich und seine Pilgerfahrt
dem vereinten Gebethe der Klosterbewohner. Mit Thränen
umwölkten Blicke erboth sich Gebhard und die Seinen zur Er
füllung einer Pflicht, wozu ihr eigenes Herz sie trieb; unab
lässig, Tag und Nacht, sollten ihre Chorgesä'nge, um sein Wohl,
zu Gott emporsteigen. Auf diese Zusage bauend, und mit fe
ster Zuversicht auf Gott erfüllt, wirft sich nun der Herzog vor
dem Altare nieder , bethet, empfängt des frommen Abtes heili
gen Segen, und scheidet bewegt von seinen tief gerührten Kin
dern.
Während er nun hinzog auf der gefahrvollen Bahn der hei
ligen Heerfahrt; seine Thaten den Ruhm der östreichischen
Fürsten, von neuem Glanze umstrahlt, dem Morgenlande
verkündeten, und fein Panier auf Accons Mauern siegend flat
terte, bewegte sich Gebhard rüstig in dem ausgedehnten Wir
kungskreise seines Amtes. Er sendet einige Mönche auf den
Tannberg (K), dort eine Wirthschaft einzurichten, und eine
Capelle zubauen; und fördert nach allen Kräften den Bau der
Klosterkirche, um bey des Herzogs Rückkehr, seines Beyfalls
Früchte einzuernten.