der am Fuße der Mumenalpe wie ein Spiegel gebreitet liegt,
durchzieht ihn seiner ganzen Lange nach, und gibt ihm den
Nahmen. Der Erlafsee beträgt in seiner größten Länge 787,
und in seiner größten Breite 289 Klafter. Seine größte Liefe
ist 52 Klafter. Alle diese Wasser scheinen fließender Krystall
zu seyn, der ein jedes Steinchen durchschimmern laßt. Alle
bewegen sich Ln steinigen Betten, rieseln über Flußsand, rau
schen über Kalksteingeschiebe, oder wälzen sich mit lautem Ge
braust über Steinblöcke und mächtige Felsenlager. Ihr star
ker Fall macht ihre Nähe gefährlich; denn von Regengüssen
angeschwellt, überfluthen sie alsbald ihr enges Betre, stürmen
mit reißender Wuth fort, und breiten ungehemmt, und jede
Wehre verachtend, Verderben und Verwüstung nach allen Sei
ten aus.
Natur- Product e.
Außer den gewöhnlichen Hausthieren, unter denen das
Hornvieh vom Mürzthaler Schlage ist, durchziehet hohes und
niederes Wild die Wälder des Gebirges, und die Haine und
Auen des Thalgrundes. Da findet man den stolzen Berghir-
scheu, das leichtfüßige Reh, den furchtsamen gemeinen, und
den weißen Alpenhastn, und den schlauen Fuchs. Der Aachs
(IlrsuiZ nre1e8) gräbt sich da seine Schleife; der Stein- oder
Edelmarder (Nu8w1a ruart68) und der Baummarder (Nu-
stela Foina) bergen sich in hohlen Bäumen; der Igel raschelt
im dürren Laube; Iltisse (Nu8te1a xutoiiu8) spähen Vogel
nestern nach; und häufig springt das gemeine Wiesel (Nuswla
vulAari8) vor den Augen des Wanderers über den Weg. Nicht
selten leuchten, wie glühende Kohlen, die Augen des Luchses und
der Wildkatze durch das Dunkel des Forstes; alle Winter zeigen
sich durchwandernde Wölfe; manches Mahl verirren sich auch,
über den Göller und den Gippel herüber brummende Bären;
und dem Waghalse zeigt die mit dem köstlichen Bartschmucke
gezierte Gemsgazelle (^utilopL rupicaxra) den Weg über star
rende Klippen und bodenlosen Abgrund.
Die Welt des Gefieders und der Waldsanger biethet eine