Physische Geographie,
öilienfeld in Unter-Oestreich, im Viertel O. W. W., liegt
mit seinen Umgebungen, die zugleich das ganze Wilhelmsbur-
ger Decanat bilden, unter dem 330 und 34" der Länge, in
der Richtung von Grünau bis Kaumberg, und unter dem 4?o
49/ und 480 5/ der Breite, von der südlichsten Spitze Mit
terbachs bis zu der nördlichsten Höhe Wilhelmsburgs, und ent
halt in seiner größten Breite sechs, in seiner größten Länge
fünf deutsche Meilen.
Die physische Lage dieses Landstrichs wird durch eine Linie,
die von Kaumberg nach Kirchber.g in gerader Richtung von Ost
nach West fortlauft, scharf in zwey Theile geschieden: in den
flachern oder weniger gebirgigen, und in das eigentliche Ge-
birg; deren jeder in Ansehung des Himmels, der Erzeugnisse,
der Sitten und der Lebensart der Einwohner besondere Erschei
nungen und Eigenthümlichkeiten darbiethet, und abgesondert
betrachtet werden muß. Was demnach hier vorläufig gesagt
wird, wird in dieser doppelten Beziehung gesagt, und immer
mit Hinblick erstlich auf den Theil, der sich von der einen Seite
in die fruchtbare Landflä'che verläuft; von der andern Seite
aber an das nahe Gebirg sich anlehnt; und dann auf den hohen
Gebirgstheil, dem übrigens im Verfolge ein eigener Abschnitt
geweiht werden soll.
Obwohl unter dem Einflüsse des wohlthätigen Klima's Oest
reichs gelegen, erfreut sich dennoch diese Gegend nicht aller jener
gesegneten Vortheile, die das übrige Oestreich zu einem der
von der Vorsehung begünstigtesten Länder machen. Die Luft-
Temperatur ist wegen der Nahe des steyerischen Hochgebirgs
tiefer, als auf dem flachen Lande; und dieser Unterschied ist be
sonders in dem gebirgigen Theile fühlbar, und von einem
nachtheiligen Einflüsse auf die Feld - und Baumfrächte. Häu
fige Winde'erhalten die Luft rein, und machen sie zum Ein-