Full text: Historische und topographische Darstellung von Baden und dem Stifte Heiligenkreuz mit ihrer Umgegend [4] (4 = [Abth. 1] ; [Bd. 4] ; / 1825)

geldlich zu fällen; es wurden ihnen auch Plätze zur Viehweide 
angewiesen. Im Jahre 1679 raffte die Pest viele Einwohner 
hinweg, auch die Türken ermordeten im Jahre,683 Viele, 
die sich auf eine Wiese geflüchtet hatten, die davon noch heut - 
zu Tage die Schlachtwiese genennet wird. Der Ort und die 
Gegend konnte erst nach und nach durch neue Ankömmlinge 
wieder bevölkert werden. Seit dem Jahre i63o wurde die 
Seelsorge in den zerstreuten Häusern dieser Gegend gegen Ent 
richtung der Stolgebühren vom Stifte Klein-Mariazell 
aus versehen; zum Gottesdienste an Sonn - und Feyertagen 
gingen die Bewohner in die zunächst gelegene Kirche nach 
Alland, oder Sr. C or on a, oder Klein-Mariazelt. 
Im Jahre 1680, als das Dorf Klausen-Leopoldsdorf erbaut 
wurde, war in dieser Gegend noch keine Capelle oder Kirche. 
Es wurde daher mit dem Abte R 0 m a n von Klein-Ma 
riazell ein Vertrag geschlossen, vermöge welchem er einen 
seiner Stiftsgeistlichen mit der Seelsorge über Klausen-Leo 
poldsdorf beauftragen sollte, dafür aber, nebst den gewöhnli 
chen Stolgebühren, sollte das k. k. Waldamt jährlich für den 
Priester 76 Gulden abreichen. Dieser Vertrag wurde auf 
drey Jahre abgeschlossen, und in demselben zugleich bedungen, 
daß dem Stifte kein Recht auf das Patronat zustehen sollte, 
wenn in dieser Gemeinde eine Capelle oder Kirche erbauet wer 
den würde. Nach dem'Abzüge der Türken im Jahre ,683 schlos 
sen sich die Bewohner an die näher gelegene, dem Stifte Hei 
ligenkreuz gehörige Pfarre Alland an ; sie gingen zum Got^ 
tesdienste in die dortige Pfarrkirche, trugen ihre Leichen da 
hin, und wurden von da aus mit den heiligen Sacramenten 
versehen; dafür wurden von der Gemeinde dem Pfarrer zu At- 
land die Stolgebühren, und vom k.k. Waldamte 70 Gulden 
jährlich bezahlt. Es wurde auch zu Klausen-Leopoldsdorf eine 
Schule erbauet, und ein Schulmeister von dem k. k. Wald 
amte, mit dem jährlichen Gehalte von 100 Gulden, bestellet, 
welcher die Kinder unentgeldlich unterrichten mußte. Aber die 
Ausübung der Seelsorge war in dieser Gegend bey schlechtem 
Wege und Wetter sehr beschwerlich, ja sogar oft, bey an 
geschwollenem Wasser des Schwechatflusses und der übrigen
	        
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