Volltext: Der Traunkreis im Lande Oesterreich ob der Enns. (2 / 1840)

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emporsteigend, besteht aus Alpenkalkstein. Die sonderbaren Lagerungsverhältnisse 
dieses Gebirges, das mächtige Erscheinen untergeordneter Gebilde (worunter beson¬ 
ders das Steinsalzgebilde), die häufigen Einschüsse urweltlicher organischer Über¬ 
reste machen dieses Gebirge eben so interessant als räthselhaft für den Geognosten. 
Im Ganzen ist das Gestein dem Jurakalke analog. Der bewaldete Gebirgsgürtcl, 
der sich nördlich an das Hochgebirge schließt, besteht aus Sandstein, mit Lagern von 
Mcrgelkalk, Schieferthon, Mergelschtefer, und ist analog dem Sandstein des Kah- 
lengebirges. Das nördliche Hügelland ist eine tertiäre Bassinbildung, im untern 
Theile aus einem weichen, glimmigen, bläulichen Sandstein und aus Mergel, im 
obern Theile aus Kalknagelfluhe bestehend. Im Hochgebirge findet sich: Jaspis, 
Hornstein und Feuerstein (am Raschberg bei Ischl). — Brauner und rother Thon¬ 
eisenstein (an den Salzbergen). — Bleimehle (im Gosanthale).—Thon (sehr häu¬ 
fig). — Bittersalz (in den Salzbergen bei Hällstadt und Ischl). — Wasserfreier, 
schwefelsaurer Kalk (ebendaselbst). — Wasserhaltiger, schwefelsaurer Kalk (eben¬ 
daselbst). — Kohlensaurer Kalk (ebendaselbst). — Glaubersalz (ebendaselbst). — 
Steinsalz (ebendaselbst). — Polyhalit (im Jschler Salzberge). — Bloedit (eben¬ 
daselbst). — Hornstein (bei Hallstadt). — Quarz, Chaleedon, Achat (in Geschie¬ 
ben in den Alpenbächen). ■— Bolus (in Obertraun). — Schleis- und Mühlsteine 
(am Sandling und in der Gosau). —Tufstein (bei Kremsmünster, am Mühlberg 
im Bezirke Losenstein, am Pyhrn u. s. w.). — Wetzstein (bei Ischl). —Marmor 
(im Salzkammergute, am Pyhrn und Pyrgas). — Kreide (im Bezirke Klaus und 
in der Gosau). — Mondmilch (zu Hallstadt, im Weissenbache und bei Lauffen). — 
Gyps (im Salzkammergute und am Pyhrn). — Alabaster (zu Spital am Pyhrn). 
— Torf (sehr häufig). — Schwefel (im Hallstädter Salzberg). — Von Stein¬ 
kohlen fand man Spuren in der Eisenau, am Traunsee und bei Weyer. — Ver¬ 
steinerungen findet man häufig. Aber in vorzüglicher Menge im Rinnbache, in 
der Eisenau und im Gosauthale. 
Von Waldbäumen zeichnet sich im Gebirge besonders die Zirbel nu߬ 
kiese r(?inu8 cembra) aus. Ihr Holz wird zu verschiedenen Zwecken bearbeitet. 
Besonders liebt der Älpler die Möbeln davon, weil das Ungeziefer den Geruch die¬ 
ses Holzes scheut. Außerdem findet man von Nadelhölzern in den mächtigenFor- 
stendie Fichte, Tanne,Weiß-, Roth -und Sch warzföhre(Pinus sylve- 
stris, P. abies, P. picea, P. alba, P. rubra, P. nigricans, P. austriaca) und die 
Lärche (P. Larix). Auf den Höhen zeigt sich überall das K r u m h o l z (P. purni- 
lio.Als eine Merkwürdigkeit ist auch der schöne Lebensbaum (Thuja occiden- 
talis) in Kremsmünster zu bemerken. Vereinzelt zeigt sich auch die Rotheibe 
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