Schlußwort zur Aufgabe Nr. 2.
195
daher empfehlen, derartige Bewegungen von möglichst großen
Teilen der Front gleichzeitig ausführen zu lassen. Die große
Anzahl plötzlich auftauchender Ziele wird dem Gegner sowohl
in der Beurteilung der taktischen Wichtigkeit jedes einzelnen
Schwierigkeiten bieten, als auch aus schießtechnischen Gründen
die Feuervereinigung erschweren. Vielleicht kommt bei diesem
Vorgehen (gleichzeitige Bewegung großer Teile der Front)
die gegnerische Artillerie gar nicht dazu, alle Teile der vor¬
gehenden Infanterie unter Feuer zu nehmen, oder es zer¬
splittert sich ihr Feuer gegen viele Ziele, was der Wirkung*
nur Abbruch tun kann. In diesem Sinne war das Vorbrechen
der Gruppen Oberst On und Oberstleutnant QL1]L der Süd¬
partei über die deckende Höhenlinie von Vojanska etc. um
6h 45[ früh und das Vorg~ehen der Frontgruppe der Nord¬
partei gegen Ottaslawitz, frödlitz und Koberzitz um 8h vor¬
mittags angeordnet worden.
4. Äußerst nachteilig hat sich die g*roße Portee der Feld¬
geschütze nach gefallener Entscheidung für den Zurück¬
gehenden fühlbar gemacht. Die rasch auf die gute Aussicht
gewährenden Höhen (<•> 322) vorgefahrenen Batterien der
Nordpartei konnten sehr bald ihre Feuerstellungen bezogen
haben; der weichende Geg'ner hatte um diese Zeit einen so
geringen Vorsprung, daß er sich nicht nur zur Zeit der Feuer¬
eröffnung (siehe Situation llh 151 vormittags, Beilage 13)
innerhalb des wirksamsten Schußbereiches befand (3500 m),
sondern auch noch lange im Wirkungsbereiche der feindlichen
Geschütze verblieb (weitere 3500 m = 4660 wSchritt oder
3/4 Stunden fließenden Marsches auf der Straße und in ge¬
öffneten Linien längs der Straße zumindest 1 Stunde). Auch die
erst um 12h mittags aus dem Walde tretende Batterie Nr. 2 der
Nordpartei konnte die zurückgehenden Kolonnen der Süd¬
partei mit dem Aufsatz von 3000 m beginnend etwa 1 Stunde lang
— seit 12h 301 sekundiert von der Batterie Nr. 1 — beschießen.
Dies zeigt, welch katastrophale Wirkungen bei Rück-
züg*en im übersichtlichen Terrain zu erwarten sind. Als Gegen¬
maßnahme stünde nur das rechtzeitige Zurücknehmen von
Batterien in Aufnahmsstellungen, aus welchen die der ver¬
folgenden Artillerie günstigen Batteriestellungen beherrscht
werden können, zur Verfügung. Für diesen Zweck aber
Batterien im Augenblicke der Entscheidung herauszuziehen,
um sie im Falle eines Mißerfolges zur Abschwächung der
zersetzenden Folgen desselben zu verwenden, widerspricht
den elementarsten Grundsätzen der Taktik.