Volltext: Der Freischütz [38]

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Kuno. Ich. kann ihm in allem das beste Zeugnis geben; 
gewiß wird er ‘sich stets beeifern, Eurer Gnade würdig 
zu Sein.“ 
Ottokar. Das hoff” ich. Sagt ihm, daß er sich bereit halte! 
Kuno. geht.aus dem Zelte, spricht mit Max und geht dann wieder 
hinein.) “+ 
Kaspar (für sich). Wo bleibt nur das Döckchen? — Hilf 
Samiel! (KIettert auf den Baum und sieht sich um.) ; 
Ottokar. Wo ist die Braut? Ich habe soviel zu ihrem 
Lobe gehört, daß ich auf ihre Bekanntschaft recht neu- 
gierig bin. 
Kuno. Nach dem Beispiel Eurer erlauchten Ahnen ward 
ihr immer sehr huldreich gegen mich und mein Haus. 
Max (hält die Kugel in der hohlen Hand und blickt starr auf 
sie hin). Dich sparte ich auf — Unfehlbare! Glückskugel! 
Aber du lastest jetzt zentnerschwer in meiner Hand. 
Kuno. Der Zeit nach muß meine Tochter bald hier sein. 
Doch wollt ihr mir gnädig Gehör schenken, Herr Fürst, 
so laßt den Probeschuß vor ihrer Ankunft ablegen. Der 
gute Bursch’ hat seit einiger Zeit, wo freilich die Ent- 
scheidung seines Glücks immer mehr herannahete, ganz 
besondern Unstern gehabt. Ich fürchte, die Gegenwart der 
Braut könne ihn in Verwirrung setzen. 
Ottokar (lächelnd). Er scheint allerdings für einen Waid- 
mann noch nicht kaltes Blut genug zu besitzen. So lang’ 
ich ihn nur aus der Ferne beobachtete, tat er drei Meister- 
schüsse. Aber seit dem Augenblick, da ich ihn rufen ließ, 
hat er stets gefehlt. 
Kuno. Das steht nicht zu leugnen, und doch war er 
stets der Geschickteste — 
Ottokar. Wer weiß, Alter, ob’s uns beiden am Hoch- 
zeitstag besser gegangen‘ wäre! Indes, alte Gebräuche muß 
man ‚ehren! Zudem — (lächelnd und laut, daß es Max vernehmen 
soll) habt ihr noch einen ältern Jägerburschen, Kuno! Dem, 
wenigstens den Jahren nach, der Vorzug gebührte. 
Kuno. Dieser — gnädigster — Herr — erlaubt mir —
	        
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