Full text: Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns

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mährische und spanische Schafe.—Ziegen finden sich sehr zahlreich. Die Schweine- 
mast betreiben vorzüglich die Bräuer. Von Federvieh findet man Fasanen in den 
Auen von Spielberg, Gottschalling, User n. s. w. in den Fasanerien von Krems- 
Münster u. s. w. 1836 zählte man im Trannkreise: 14208 Ochsen, Pferde an 1 0000. 
— Die letzten: sind fast lanter Oberländerschlag, d.h. SalzburgerRaee. Der Berg- 
bau ernährt einen großen Theil der Bewohner des Salzkammergutes. Dort wer- 
den die wichtigsten Salinen des Landes, in H allstadt und Ischl betrieben.Der 
Salzberg in Hallstadt liegt zwischen hohen Kalkgebirgen in einem Hochthale,wel- 
ches früher das Regenthal genannt ward. Das Mittelgebirg, das diesen Salzberg 
bildet, ist Alpenkalk mit zahlreichen Versteinerungen. Sowohl außen amBerge als 
in den Klüften, die den Salzstock einschließen, sitzt grauer Thon auf. Der Salzstock ^ 
streicht von Ost nach West; seine Mächtigkeit ist 675 Stabel (zu 4 Fuß, also 2700 
Fuß) in die Breite, 1588 Stabel in die Länge. Die Teufe desselben ist nicht erforscht. 
Die Höhe des Salzberges ist an 700 Klafter. Der neue Wass erberg, der jetzige 
höchste Stollen, liegt 666 Klafter hoch. Über ihm sind aber noch ältere, todtgefagte 
Stollen. Das Oberfchafferhaus liegt 609 Klafter hoch. Die Größe der ausgehaue- I 
nen Salzstuben (hier Wehren genannt) ist stannenswerth. Es gibt deren mehrere, 
welche 200,000 Eimer fassen. Der Salzstock ist hier sehr reich, und zeigt den wun- p 
derbarsten Farbenwechsel. Man findet hier sogar lichtgrünes und blaues Salz. Im g| 
Tullingerberg ist sogar eine Kapelle in das schwarzgraue, rothgestreiste Salz ge- ||| 
hauen. Der Salzberg liefert alljährlich an 2,000,000 Eimer Soole, wovon aber H 
nur 400,000 in dein Pfannhause in der Lahn beiHallstadt versotten werden. Das §g 
Übrige wird nach Ischl und Ebensee geleitet.—Der JschlerS alzb erg liegt süd- 
östlich des Marktes. Der Salzstock streicht auch hier von Ost nach West; seine Länge 
mißt 590 Stabel, seine Breite 93 Stabel, seine Teufe 244 Stabel. Der Salzberg er- 
hebt sich 529 Klafter hoch, uud liefert jährlich über 600,000 Eimer Soole. Pfann- 
häufer sind in der Lahn beiHallstadt, inJs chl und inLangbath. DieErzeu- 
gung stieg in neuesterZeit bis aus800,000 Centner Salz. Ein höchst ansehnlicher Er- 
werbszweig desTraunkreises sind die Eisenarbeiten.DerKreis selbst hat indessen keine 
Eiscngrnben (begonnene Arbeiten bei Mölln und Ternberg lieferten nur ungenü- 
gende Resultate), das Eisen wird von der k. k. Hanptgewerkschast in Eisenerz und 
von Vordernberg geliefert. Schon in frühester Zeit, als dieses Eisen verführt ward, 
mußte es,den Privilegien von Stadt Steyer znfolge,dort niedergelegt, und den Bür- 
gern um den Preis verkauft werden, wie ihn zwei Rathsmänner bestimmten. So 
kam Steyer schnell zu großem Wohlstände und Flor. Indessen entstanden später- 
große Wirren in diesem Verkehr, so daß endlich 1625 eine ganz neue Ordnung der
	        
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