Full text: Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns

besitzt der Inn-Kreis nicht. Am Jnnuftr und an der Donau zeigen sich einzelne, zum 
Theile sehr interessante Gruppen von Granitgebirgen. Sie erheben sich indessen nir- 
gends höher als 400 Fuß über den Wasserspiegel dieser Ströme. Außerdem ist höch- 
stens noch das Kobemauser-Gebirg mit mächtigen Nagelfluegebilden zu nennen. 
Alles Uebrige sind Hügelzüge von Gneiß, Sandstein, Breccia, u. s. w, nirgend von 
bedeutender Elevation. 
I Wälder. Daß die Wälder in diesem Kreise von Bedeutung seien, verbürgt 
scholl das mächtigeAreale, welches sie einnehmen. Sie bedecken über 10 □ Meilen, 
) also ein Drittel des ganzen Kreises. Der größte Forst ist der Kobernauser-Forst, 
4 Stunden breit, 5 Stundeil lang. Er ist in 21 Bezirke getheilt- Es ist ein höchst 
interessantes Waldgebirge von Ur- und Flötzkälk, Thonschiefer, Quarz, u. s. w. 
Außerdem sind der Laach, der Weilhart, der Sauwald und Petershart die nam- 
haftesten Forste. Aber der Hart (zwischen Reichersberg und St. Martin), der 
Greßdobelwald, der Schacherforst, der Gaurhammerforst, der Teufelauerforst, der 
Frohnwald, der Freiforst Schweibern, die große und kleine Sallät, it. a. m sind 
bedeutende Waldungen. 
Seen,Teiche,Flüsse, Bäche, Heilquellen. Die beiden größten Flüsse, 
der Inn und die Donau, stud eigentlich nur Grenzströme des Kreises, und gehören 
als solche nicht eigentlich ihm an. Dasselbe gilt von der Salzach. Ueber den Inn, 
der dem Kreise den Namen gibt, müssen wir hier aber doch einige nähere Andeu- 
tuugen geben. Der Inn entspringt im Engadein, aus dem Maloja am Septimer, 
wird bei Hall schiffbar, und mündet bei Passau in die Donau, bei seiner Ergie- 
ßung mächtiger und breiter, als die Donau selbst, (Die Donau bei Passan 754 Fuß 
breit, 38—40 Fuß tief, der Inn 890 Fuß breit 30—70 Fuß tief.) Von Inns- 
brück bis Passau ist sein Gefälle beinahe 1000 Fuß, sein Laus daher sehr reissend. 
Die Schiffahrt ist im Jnn-Kreise, wegen der Krümmungen bei Reichersberg und 
der Brandungen an den Felsenriffen zwischen Schärding und Passau, nicht ohne 
Gefahr. 1827—1829 wurden deßhalb bei Formbach nnd Wehrustein Felsen ge- 
sprengt, bei St. Florian neue Uferbauteu ausgeführt. In frühern Zeiten soll der 
Strom Gold, Silber nnd Perlen geführt haben. Seine Überschwemmungen rich¬ 
ten oft großen Schaden an. Eine der größten seit Menschengedenken fand im 
Julius 1840 Statt. 
Ueber die Salzach habe ich in meiner Darstellung des Salzach-Kreises (Her- 
zogthum Salzburg) bereits berichtet, und verweise daher, um Wiederholuug zu 
vermeiden, auf jenes Heft unfers Werkes. — Was nun die dem Kreise eigenthüm- 
lichen Flüsse und Bäche betrifft, so gibt es zwar, wie dieß in einem Hügel¬
	        
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