Full text: Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns

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Theile (wo die Kalkalpenkette streift) ziemlich rauh, im Ganzen aber gesund sei» 
Die vorherrschenden Winde sind bei heitern Tagen Ost- und Nord-, bei trüben 
Süd- und Westwind. Eine eigentümliche Naturerscheinung ist der sogenannte 
Sn na wind (Süd), welcher von Weissenbach her sich zuweilen erhebt. Zwei 
bis drei Tage vorher verkündet sich schon sein Nahen durch einen lichtgelben Dunst¬ 
kreis über den Gebirgen, und durch Sausen in der Luft. Läßt er sich auf den 
See nieder, so erregt er furchtbare Stürme. Auch ist erder Baumblüte so schäd- 
lich, daß es bei seinem Ausbruche um die Obsternte des Jahres geschehen ist. 
Bevölkerung. Nach den neuesten Zählungen umfaßt der Hausruck- 
Kreis 17.5,705 katholische und 10,900 protestantische Einwohner, also im Ganzen 
186,605 Seelen. Darunter befinden sich 90,674Weiber. NachdenBeschästignngen 
zählte man 1838 über 200 Geistliche, gegen 90 Adelige, an 400 Beamte und An- 
gestellte, über 3000 Bürger und Gewerbsleute und an 8000 Bauern. Verheirathet 
waren über 30,000, Ledige und Witwer über 50,000. Fremde zählte man an 2500. 
Viehzucht. Die Pferdezucht ist in diesem Kreise nicht unbedeutend. Man 
zählte 1839 an 12,000 Pferde. Im Kommissariate Mondsee und Erlach wird ste 
am vortheilhaftesten betrieben (in letzterem an 1000 Stücke). Außerdem treibt 
man auch noch in den Kommissariaten Aistersheim, Aschach, Dachsberg, Effer- 
ding, Hortheim, Kammer, Kogel, Lambach, Parz, Peyerbach, Walchen, Wels 
starke Pferdezucht. Die Pferde sind meist von gutem Schlage, aber leicht, großen- 
theils Rappen und Braune. Der Einfluß der oben erwähnten Beschäl-Station 
auf die Veredlung der Zncht ist nicht zu verkennen. Man verkauft eine große 
Anzahl der Füllen auch nach Außen. 
An Hornvieh zählte der Kreis im Jahre 1839 über 15,000 Ochsen, mehr 
als 60,000 Kühe. Die Zuchtochsen von roth und weißer Farbe werde» meist aus 
der Gegeild von Kirchdorf und Spital am Pyhrn, von Gmunden, und aus dem 
Eunsthale bezogen. Sie bilden eigentlich eine Art Zwischenhandel. Die Mast- 
ochsen ziehen meist nach Niederösterreich oder auch in die oberen Salzachthäler. 
Alles übrige Hornvieh, nicht sehr ansehnlich oder nutzbar für Milchwirtschaft, 
ist zum eigenen Gebrauche bestimmt, und macht also bloß einen Gegenstand des 
heimathlichen Gebrauches aus. Doch wird in den südlichsten Theilen des Kreises, 
da, wo ihn die Gebirgskette berührt, auch einige Alpenwirthschaft, doch ohne 
Belang, getrieben. 
Schwein- und Schafzucht ist sich hier beinahe selbst überlassen. Man sin- 
det selbst auf den Bergen wenig gute Schafe, doch wurde auf der fürstlich 
Wrede'schen Herrschaft Mondsee, auf der Meierei zu Mitterberg und in Walchen
	        
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