Full text: Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns

der 22. Erzbischof, Conrad III., von Papst Alexander III., für sich und seine 
Nachfolger am Erzstifte die Würde eines apostolischen Legaten. Nach der am 
4. Juli 1278 von Kaiser Rudolph von Habsburg zu Wien gefertigten Urkunde, 
gehören die Erzbischöfe von Salzburg zu den großen Reichsfürsten. Auch behaup- 
teten sie den Rang als Primaten von Deutschland, welche sie keinem andern 
Metropoliten je einräumten. Schon der heilige Virgil, der vierte Nachfolger Ru¬ 
perts hatte 77? eine neue Eathedrale erbaut und eingeweiht. Erzbifchof Thiemo, 
welchem man die Erfindung der Kunst des Steingusses zuschreibt (er hinterließ 
mehrere Bildsäulen dieser Art von seiner Hand), lebte im XI. -Jahrhundert. 
Erzbischof Gebhard nahm 1076 auf dem Tage zu Worms laut Partei für 
den Papst, in dem unseligen Zwiespalt zwischen Kaiser und Papst über die 
Investitur. Dafür traf ihn Kaiser Heinrich's Zorn schwer. Er entsetzte ihn des 
Erzbisthums, vertrieb ihn, und Gebhard irrte lange als Flüchtling in Deutsch- 
land umher. Erst 1086 ward er durch Herzog Wolf wieder nach Salzburg 
geführt, starb aber bald darauf in Werfen. Er hatte zuerst die Feste Hohen- 
salzburg erbaut. Nach Gebhard's Tode ward der oben erwähnte Thiemo 
früher Abt zu St. Peter, Erzbischof von Salzburg. Auch er erlag den Wirren 
jener Zeit. Berthold von Moosburg, den der Kaiser Heinrich, nachdem er Geb- 
hard entsetzt hatte, znm Erzbischof ernannt hatte, der sich aber gegen Wolf 
nicht halten konnte, trat jetzt wieder auf, seine vermeintlichen Rechte zu behaupten. 
Er schlug Tfnemo's Streiter und nahm ihn selbst gefangen. Jahrelang fchmach- 
tete Thiemo im Kerker, sollte endlich selbst ermordet werden, allein der ausge- 
sandte Mörder vermochte es nicht, den Streich zu vollführen. Das Gerücht von 
seinem Tode ward zwar verbreitet, aber er war geborgen in tiefen Gewölben. 
Seine treuen Ärüder von St. Peter befreiten ihn ganz. Doch war keine Sicher- 
heit für ihn in Salzburg. Er floh nach Eonstanz und schloß sich endlich den 
Kreuzfahrern an, welche nach Palästina zogen. Dort gerieth er in die Gefan- 
fchaft der Saracenen und verhauchte unter ihren Säbeln, da er jede Zumuthung, 
zum Islam überzutreten, zurückwies, sein Leben. Im Jahre 1203 legte eine 
große Feuersbrunst fast die ganze damalige Stadt Salzburg in Asche. Im Jahre 
1295 kam es zwischen dem Erzbischöfe und Herzog Albrecht von Osterreich 
zur Fehde. Die Salzburger zerstörten des Herzogs Salzwerke in der Gösau, 
endlich vermittelte Elisabeth, die Herzoginnen Frieden. 1357 war Krieg mit 
Herzog Stephan von Baiern, doch wurde auch hier bald Friede geschlossen. Aber- 
mals brach 1364 bis 1369 die Fehde ans. Erzbischof Ortolph und sein Nach- 
folger Piligrin verheerten mit Österreichern unter dem Grafen von Schaum¬
	        
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