Full text: Album des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns

natürlich sehr grob ist. Für Gäste findet man aber fast in jedem Hause Weiß- 
brot. In Gegenden, wo starke Viehzucht getrieben wird, ißt man häufig Speisen 
mit Schmalz und Milch bereitet, und verbraucht mehr Fleisch, welches geräu- 
chert wird. 
Übersicht der Geschichte. Die Urgeschichte dieses Kreises ist in die 
undurchdringlichen Schatten der frühesten Vorzeit gehüllt; die ersten mit Gewiß- 
heit bekannten Bewohner dieser Gauen waren die Bojer. Im Jahre 739 nach 
Erbauung Roms (15 Jahre vor der christlichen Aera) eroberten die Römer das 
Noricum. Das heutige Salzburg steht unbezweifelbar an und um die Stätte, 
wo das Juvavia der Römer sich erhob. Man findet zwar im ganzen Herzog- 
thume Spuren jenes weltbeherrschenden Volkes, aber nirgends so häufige, so 
sichere, als eben in Salzburg selbst. Anfänglich errichteten die Legionen an diesem 
strategisch wichtigen Punkte ein Kastell. Kaiser Hadrian erhob dieses Kastell, 
Juvavia, zu einer römischen Kolonie (oft auch nach seinem Namen Colonia Ha- 
driana genannt)- Herrlich erblühte die schöne Kolonie, bis auch ihr, wieso vielen Rö- 
merstädten, der Einfall der Barbaren den Untergang brachte. Im Jahre 372 began- 
nen für Juvaviabiefe Zerstörungen, unter Westgothen, Hunnen und Herulern. Durch 
die Letzten ward 478 der letzte Rest der Kolonie in Schutt verwandelt. Die Ein- 
wohner wurden in die Sklaverei geschleppt, und öde Trauer lag über den ver- 
lassenen Ruinen der Tempel und Paläste der alten Römerstadt. So blieb es 
über 100 Jahre. Gegen Ende des VI. Jahrhundertes kam der heilige Ruodpert 
(Rupert), Bischof zu Worms, an den Hof des Herzogs Theodor zu Regensburg. 
Der Herzog ward Christ und bat seinen Freund Rupert, er möge doch in sei- 
nem Lande verweilen. Der fromme Mann gewährte gerne diese Bitte und zog 
an den Wallersee. Dann erbaute er am Seekirchnersee ein Kirchlein und eine 
Einsiedelei; dort hörte er sprechen von den prächtigen Trümmern der nahen 
Römerstadt; er besuchte sie, und fand die Stätte am besten geeignet zu einer 
Ansiedlung. Der Herzog schenkte ihm auf sein Verlangen die ganze Gegend; 
Rupert ließ nun die Ruinen wegräumen, und erbaute dem Apostelfürsten St. Pe- 
trus zu Ehren eine Kirche und ein Kloster, wozu er zwölf Mönche aus Franken 
berief. Zugleich stiftete seine Nichte Erntraut das Nonnenkloster auf dem Nonn- 
berge, dessen Äbtissin sie ward. Bald mehrten sich die Ansiedler um diese srom- 
men Stätten, und es erwuchs ein Städtlein, Salzburg genannt, welches sich 
bald zur Stadt ausdehnte. Schon der sechste Bischof Arno (zugleich Abt von 
St. Peter), ward 768 zum Erzbifchof erhoben. Von ihm bis auf unsere Tage 
saßen 66 Erzbischöfe auf dem Throne des heiligen Rupert. Im Jahre 1179 erhielt
	        
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