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losen Gegenstandes hätte Macdonald über, den Po gehen
(wozu es ihm ohnehin wohl an allen Mitteln fehlte), Mo¬
reau im Stiche lassen, alle seine Verbindungen', ja jeden
möglichen Rückzug aufgeben sollen? Wenn man so Etwas
damals bei den Korps welche gegen Macdonald standen,
ziemlich allgemein für wahrscheinlich gehalten hat, so be-
weiss das freilich nur daß man damals, vermuthlich auch
jetzt, in dem großen Haufen der Kriegsleute und die es
nicht find, für die Auffassung und Beurtheilung solcher
Dinge noch so wenig Methode hatte daß auch das Aller¬
ungescheuteste neben dem Gescheuten bestehen konnte.
Daß diese zwei Korps von Hohenzollern und Klenau
jenfeit des Pos Macdonald entgegengestellt wurden, wollen
wir keinesweges tadeln, nur hätte es nicht in der Absicht
sein sollen sie wie Menschenopfer dem Minotaurus hinzu¬
werfen, sondern sie auf Suwarow zurückgehen zu lassen,
um diesen Feldherrn zu verstärken. Schon dieser epcen-
trische Rückzug würde jeden Gedanken an einen Po-Über¬
gang bei Macdonald unmöglich gemacht haben.
Es könnte die Frage entstehen, ob Suwarow nicht
besser gethan hätte Macdonald weiter zu verfolgen, um
ihm noch größere Verluste beizubringen oder ihn ganz von
den Apenninen abzudrängen, ob das nicht Vorkheile gege¬
ben hätte die alle Nachtheile aufwogcn, die Moreau in
seinem Rücken Hervorbringen konnte? Wenn man aber
die Verhältnisse der Rückzugswege näher in Betrachtung
zieht, so war das offenbar nicht der Fall. In der
Schlacht selbst hätte Suwarow seinen Gegner allenfalls
von dem Gebirge und von der Straße nach Parma, denn
das Letztere war zugleich mit nöthig, abdrängen können,
wenn es ihm freigcstanden hätte den größten Theil seiner
Macht auf dem rechten Flügel zu brauchen. Allein Su-