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ließ den General Bellegarde nur an seinen Rückzug über
die Vormida denken, den er mit einem Verluste von
900 Tobten und Verwundeten und 1360 Gefangenen
nebst 3 Kanonen antrat.
Wukassowitsch scheint an diesem Gefechte keinen An-
theil genommen zu haben, sondern durch die Besetzung der
Bormida neutralisirt worden zu sein.
So hatte also das Schicksal dem General Moreau
gewissermaßen in seinem Rücken einen Sieg in die Tasche
gespielt. Allein als ob er fich dessen durchaus unwürdig
zeigen sollte, faßte er, wie Iomini sagt, den Vorsatz von
Neuem nach Piaccnza abzumarschiren, um gewissermaßen
dort seinen Sieg wieder los zu werden, während ein Über¬
gang über den Tanaro oder die Vormida ihn verdoppelte
und Alessandria entsetzen konnte. Dieser Übergang konnte
vielleicht in dem Mangel an Brückengeräth Schwierig¬
keiten finden, aber unmöglich konnte er nicht sein und
hätte man ihn auch bis Aqui suchen sollen. Auch war,
nach Iominis Behauptung, Bellegarde schon ganz bereit
seinen Rückzug bis Valenza anzutreten.
Allein beide Feldherren wurden durch ein und die¬
selbe Nachricht von ihrem Vorhaben freigesprochen. Die
Citadelle von Turin hatte sich den 20. Juni ergeben,
nachdem die Laufgräben 10 Tage zuvor eröffnet gewesen
waren. Hier fanden die Verbündeten wieder ungeheure
Vorräthe, unter Anderm 618 Geschütze, 40,000 Gewehre
und 50,000 Centner Pulver.
Diese Nachricht mußte natürlich Bellegarde bestimmen
hinter der Bormida zu bleiben, wenn e6 auch nicht die
wichtigere von dem Siege an der Trebbia gethan hätte.
Moreau sammelte seine kleine Armee zwischen Alessan¬
dria und Tortona, that als wolle er über die Bormida