Full text: Dr. Hans Zötl

Unsere Muttersprache. 
 
1. 
Anton Matosch im Vorwort zum 1. Band „Aus da Hoamat": 
Alle Welt weiß von der Schönheit des Landes, das zwischen Inn 
und Enns ausgebreitet liegt, einem Garten gleich, umsäumt von den 
grünen Wogen des Böhmerwaldes und den himmelanragenden 
Mauern der Alpen. Den Namen des Landes Oberösterreich preisen 
Tausende, die im Frieden seiner Täler, in der Freiheit seiner Berge 
Stärkung und Labung gefunden für Geist und Leib. Aber der Berg¬ 
segen, den die Freunde unseres Landes nur vorübergehend genießen, 
der Seele unseres Volkes ist er seit uralten Zeiten der wunderkräftige 
Atem, der sie jung und stark erhält in allem Wandel des Daseins. So 
kam es, daß das Volk Oberösterreichs Bräuche und Sitten bewahrte, 
die bis ins heidnische Germanentum zurückreichen. So kam es, daß 
im Munde dieses Volkes eine Sprache lebt, die eine wahre Schatz¬ 
kammer altdeutscher Sprachkleinodien genannt werden kann. Und 
so kam es, daß die herrliche Gabe der Dichtung, die dereinst unserem 
Volksstamme in die Wiege gelegt ward, wie allen deutschen Stämmen, 
ungeschwächt erhalten blieb bis auf unsere Tage, so daß die Sänger 
unseres Volkes noch heute, inmitten der verfeinertsten Kultur, ver¬ 
trauliche Zwiesprache halten mit den Sängern im Laube, mit dem 
murmelnden Quell und dem rauschenden Bache, mit Wolken und 
Winden, mit den Sternen der Nacht, mit den Bäumen des Waldes 
und den Blumen der Wiese — das ganze sinnige Leben der um¬ 
gebenden Natur mitlebend im sinnigen deutschen Gemüte. 
 
2. 
Ueber „D'Ahnl" von Stelzhamer sagt Hermann Bahr: 
Mancher Enkel wird da beschämt aufhorchen, weil er die Sprache 
seiner Heimat kaum mehr völlig versteht- sie verarmt immer mehr, sie 
blaßt ab, ihr Erz schwindet. Es ist ein Unglück, daß sich der Schul¬ 
meister bemühen muß, ein angebliches Hochdeutsch zu sprechen- so 
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