Full text: Die Handschriften der öffentl. Studienbibliothek in Linz

Zurück blieben, abgesehen von zwei Adligaten, 59 Bde., von denen 50 teils durch Besitzvermerk, teils durch andere Anhaltspunkte als ehemaliger Baumgartenberger Besitz festzustellen sind. Für die übrigen ist diese Herkunft nur aus dem Einband zu vermuten, der dem von 36 sicheren Hss. dieses Stiftes gleicht: brauner Papp- oder Lederband mit weissem Rücken und weissen Ecken, dazu rotes oder gelbes Rückenschild mit Goldtitel. Sie bilden so in unserem Handschriftenbestand eine sofort ins Auge fallende Gruppe, von der man zunächst annehmen würde, dass sie im Stifte, und zwar lange vor dessen Aufhebung, dieses gleichmässige Gewand erhalten habe. Allein, es spricht manches dagegen. Schon die übergrosse Sparsamkeit, die für diese uralten, ehrwürdigen Zeugen der Vergangenheit nur eine geradezu armselige Hülle übrig hatte, ist den Stiftsherren nicht zuzutrauen. Aber auch andere Bedenken werden wach. Betrachtet man nämlich die Hss. 46, 50, 51 genauer, so ergibt sich für die Hs. 51 (Missale), in der das Michaelsfest im Kalendarium hervorgehoben und auf Bl. 304v Salzburg erwähnt 
ist, ferner eine missa specialis de s. Wolfgango und auf Bl. 215v die Bezeichnung des hl. Koloman als noster patronus begegnet, die Schlussfolgerung, dass sie aus Mondsee stammt. Ferner dürfte die Hs. 50, ein deutsches Brevier, wohl sicher einem Nonnenstifte,  in unserem Falle also dem in Traunkirchen, gehört haben und die Hs. 46 weist Anhaltspunkte auf, die für gleiche Herkunft zeugen. 
Man könnte sichr nun immerhin diese Tatsachen mit einer auch sonst, z. B. bei der Baumgartenberger Hs. 14, nachweisbaren Wanderung von Hss. aus einem Kloster ins andere erklären, , aber diese Möglichkeit scheidet wohl bei der Art der Hss. und der Klöster, die da in Betracht kommen, gänzlich aus. Bleibt also nur der Schluss, dass die oben erwähnte gleichförmig adjustierte Gruppe erst in Linz so ge-
        

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