Full text: Die Handschriften der öffentl. Studienbibliothek in Linz

Die Bestände der Stiftsbibliotheken des Mittelalters sind durch eigene Erzeugung, Kauf, Tausch und Schenkung entstanden und erweitert worden. So sehen wir schon in den ersten Zeiten nach der Gründung eines Stiftes meist eine Anzahl liturgischer und homiletischer Werke im Besitze der Mönche. Den Grundstock (Missalien, Chorbücher und Predigtsammlungen, Homiliarien, Sermones), brachten sie in der Regel vom Mutterkloster mit oder erhielten sie vom Gründer. 
So erwähnt eine Urkunde für das neugegründete Stift Engelszell als erste Ausstattung 1295 in libris etiam et aliis ornamentis ecclesiae sufficientiam competentem und zwei Jahre später stiftete Nikolaus, Pfarrer in Stadelau, einen Altar in diesem Kloster mit den nötigen Paramenten, Büchern, einem Kelch und anderen zum Gottesdienste erforderlichen Dingen. Auch später gab es derlei Widmungen. So vermacht z. B. hierher im Jahre 1395 der Pfarrer Friedrich Schnabel von Wels eine Postille. (2) 
Aber man liess es nicht bei diesen den Bedürfnissen des Gottesdienstes und der Seelsorge dienenden Büchern bewenden, zumal die Errichtung der Klosterschulen entsprechendes Rüstzeug in anderer Richtung bedingte. 
Im allgemeinen lässt sich sagen, dass die Zahl der Hss. in den ersten Zeiten unserer Stifte nach Ausweis der Verzeichnisse und Rückschlüssen durchschnittlich 50 und gegen Ende des 15 . Jahrhunderts in den grösseren beiläufig 500 betragen hat. 
Im Katalog von Kremsmünster von c. 1012 sind 60 Handschriften verzeichnet, in dem von Baumgartenberg (gegr. 1144) aus dem 13. Jahrh. 96 Nummern. Waldhausen zählte im Jahre 1451 im ganzen 420, St. Florian am Ende des 15. Jahrh. 465 Kodizes.  
Wenn wir nun sehen, dass zu Mabillons Zeit Clugny 60, 
 
(1) Oö. UB. IV, n. 242 u. VI 588, n. 16. 
(2) Archiv f. d. Geschichte der Diözese Linz III 283, n. 283.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.