Volltext: Alpenkrieg

den Feind zu langwierigen Vorbereitungen für den Auf¬ 
marsch seiner Belagerungsgeschütze, vor allem zum Aus¬ 
bau seiner Straßen von Caprile her, und diese Zeit 
konnte der Verteidiger als unschätzbaren Gewinn bei 
der Befestigung der Hangstellungen am Col di Lana 
buchen. 
Vier Wochen lang liegt nun das Werk La Corte 
fast pausenlos unter den Hammerschlägen der ita¬ 
lienischen Granaten. Es ist ausgedehnter als Ire Sassi 
und reizt durch vorgetäuschte Unverwüstlichkeit den 
Feind zu immer neuem Munitionseinsatz. Mehr als 
8000 Schuß verschiedener Kaliber haben die Eindeckungen 
und Panzer getroffen. Das Werk ist längst ein Trüm¬ 
merhaufen, aus welchem gleich in den ersten Tagen die 
Besatzung heldenmütig die Kuppeln und Geschütze in 
Sicherheit brachte, um sie draußen im freien Gelände 
einzubauen. Sie stehen jetzt nördlich des Monte Sief 
und auf der Hochfläche von Cherz. Blechplatten und 
Baumstämme markieren die „Artillerie“ des Werkes und 
ziehen noch monatelang das Feuer der feindlichen Bat¬ 
terien auf sich. 
Anfangs August erneuern die Italiener ihre Angriffe 
gegen die Hangstellungen des Col di Lana, vor allem 
gegen die „Infanteriestellung“ auf dem Costone di Sali- 
sei, die noch immer von bayrischen und preussischen 
Jägern, sowie einer deutschen Pionierkompagnie besetzt 
ist. Einer planmäßigen Eroberung des Berges scheint 
nun nichts mehr im Wege zu stehen. Die Werke in 
seinen Flanken sind Trümmerhaufen, auf den Gipfeln 
im Halbkreis östlich, südlich und westlich sind so viel 
Batterien eingebaut, als man auf den neugeschaffenen 
Anmarschstraßen „ernähren“ kann, zahlreiche und gute 
Infanterie ist vorhanden. Da man mit einem zeitlichen 
Einbruch des Winters rechnen muß, bleiben höchstens 
drei Monate, in denen der Col di Lana nicht nur genom¬ 
men, sondern auch für den Kampf gegen Schnee und 
Kälte ausgerüstet werden muß. 
Als letzter und schwerwiegender Grund, eben jetzt 
zur entscheidenden Tat zu schreiten aber ist anzuführen, 
daß es sich noch immer bloß um die beiden Hang- 
stellungen und die schwache Postenkette am Siefsattel 
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