Volltext: Krieg ohne Heer

fett und ein Viertel kaum genießbares Kriegsbrot 
für die ganze Familie zu erhaschen, waren Alltags¬ 
bilder geworden. TLas half alles verzweifelte Be¬ 
mühen der Regierung, die gräßliche Not des Volkes 
zu lindern, wenn es an Nahrungsmitteln schon faß 
gänzlich mangelte? Es wäre Vogelstraußpolitik ge¬ 
wesen, würden sich die maßgebenden Stellen länger 
der brutalen Erkenntnis verschlossen haben: daß der 
Niederbruch des Hinterlandes und seiner vor Hunger 
und Materialmangel leißungöunsähig gewordenen 
Organisationen binnen kürzester Zeit in folgenschwer¬ 
ster Weise auch die Front beeinflussen mußte. 
Wo winkte noch ein Ausweg? Zn den Ministe¬ 
rien und Zentralstellen gab es, nach endlosem Be¬ 
raten, nur noch ratlose Exzellenzen. Und der Ernäh¬ 
rungsminister rang verzweifelt die Hände: Wer ver¬ 
möchte in das Chaos, in die namenlose Onal rings¬ 
um noch Rettung zu bringen? 
Da erhielt ich anfangs März 1918 ein Schreiben 
aus dem Landesverteidigungsministerium: ,,Du biß 
zu einer besonderen Ausgabe in Aussicht genommen. 
Zm letzten Minißerrat unter Vorsitz des Kaisers hat 
es einstimmig geheißen: Wenn jemand helfen kann, 
so ist es der Bukowina-Fischer." 
Zch war am 1. März 1918 zum Generalmajor 
befördert worden. Und schon zwei Wochen später 
wurde für mich ein erweiterter Wirkungskreis ge¬ 
schaffen: Der Kaiser ernannte mich zum „Landes¬ 
kommandanten für Galizien und Bukowina". Die 
Weisung lautete im Amtsstil: „Der Landeskom¬ 
mandant führt den militärischen Befehl über die 
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