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sogenannten Ambts-Lar des Markhts March mit M und J
in den aldort ligigen aigenen Felsenstein eingehaueu
worden." *)
3m gleichen Jahre schuf man mit Genehmigung des
Salzamtmannes eine neue Wasserleitung, welche von
Kaltenbach aus in den Markt führte uud ein Verdienst des
Johann von Lidl- Lidelsheim, wie nicht minder des Markt¬
richters 3oh. Georg Seeauer war?)
Beim Beginne des \8. Iahrhuuderts finden wir
den Pfarrer Dr. Theologiae Josef Angermann, den
') Line vom November \720 überlieferte Notiz theilt mit,
daß die auf der Traunbrücke befindliche Fleischbank dem
Markte unterworfen uud auf derselben während der alljährlichen
Kirchtagszeit von uralters her durch H Tage die „Markt-
sreyung" (Aufenthaltserlaubuiß für auswärtige Händler) aus-
gesteckt war. „ ,
2j Der Erstgenannte stiftete zur Danksagung für eine glücklich
überstaudene Krankheit und weil seine Gattin von der Pest
verschont geblieben war, im Jahre \6<)2 die beim Friedhofe
gelegene St. Sebastianskapelle, welche gleich dem neuen
Gottesacker am *5. Mai \7\9 durch den Dechant von
Schörfling (als bischöflichen Lommissär) eingeweiht wurde.
3m Jahre 1(723 behielt sich Joh. v. Lidl für seine Nach¬
kommenschaft das Patronatsrecht vor, sicherte dasselbe, im
Falle die Lidl'fche Freundschaft ausstürbe, der Gemeinde zu,
uud beantragte, daß bei dieser Kapelle ein Beneficiat aus
ber Lidlfamilie angestellt oder in Ermanglung eines solchen
vom Markte ein anderer vorgeschlagen werde; daß es ferner
den Lidls zustünde, einen weltlichen Uirchenxrobst aufzustellen.
Alle diese Vorrechte wurden beim Aussterben der Lidl’scheu
Nachkommenschaft dem Markte vermacht. — Schon beim
Baue der Kapelle hatte das Pfarramt gegen die Licenz, dort
Messe zu halten, protestirt und der Streit zog sich in die
Länge, so daß erst im Jahre \724, durch den Prior der
Jesuiten von Traunkirchen die erste Hl. Messe gelesen werden
konnte. Außer dieser Stiftung ließ auch die Gattin Johann
von Lidls, Anna Polixena, am 2Y. April \723 „am