Volltext: Gorlice-Tarnow [21]

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am 8. Mai hatten die Russen begonnen, vor dem linken Flügel der 
Süd-Armee abzubauen. Ihr Zusammenbruch wurde immer voll¬ 
ständiger; daran konnte auch ein mit überlegenen Kräften ge¬ 
führter Angriff auf ihrem äußersten Südflügel nichts ändern. 
General der Kavallerie Freiherr v. Pflanzer-Baltin nahm seine 
Truppen hinter den Prut zwischen Czernowitz und Kolomea 
zurück. Hier zerschellten alle russischen Anstrengungen ergebnis¬ 
los, während die Wirkungen der Schlacht von Gorlice—Tarnow 
sich auch auf die russische Front nördlich der Weichsel über¬ 
trugen. In der Nacht vom 10./11. Mai wich der Russe vor »der 
K. u. K. 1. Armee, am 12. und 13. auch vor der Armee-Abteilung 
Woyrsch zurück. Hier und da rafften sich die zurückgehenden 
Massen noch zu starken Gegenangriffen auf, aber diese wurden 
lediglich unternommen, um Zeit zum Abziehen zu gewinnen. Sie 
endeten meistens mit einer schweren Niederlage für die Russen, 
die dabei furchtbare Blutopfer brachten. 
Vergeblich befahl der Führer der 3. russischen Armee, den 
Abschnitt des unteren San von Przemysl bis zur Mündung 
unter allen Umständen zu halten und mit Hilfe der drei während 
der vergangenen Monate großzügig auf dem westlichen Ufer aus¬ 
gebauten Brückenköpfe von Sieniawa, Iaroslau und Radymno 
aktiv zu verteidigen. Vergeblich versuchten alle russischen Führer 
wieder Ordnung in ihre Verbände zu bringen; umsonst rollten 
dauernd neue Verstärkungen nach dem unteren San. Nicht weniger 
als 23 Infanterie-Divisionen sollten sich hier den Verfolgern ent¬ 
gegenstellen. Von diesen waren auf Grund neuer Vereinbarungen, 
die am 12. Mai zwischen der deutschen und der österreichisch¬ 
ungarischen Obersten Heeresleitung für die Weiterführung der 
Operationen gegen den San getroffen waren, angesetzt 
11. Armee unter Sicherung gegen die Festung Przemysl auf 
Iaroslau und die 
K. u. K. 4. Armee mit linkem Flügel gegen die San-Mündung. 
Die K. u. K. 3. Armee hatte mit ihrem Nordflügel südlich des 
oberen San gegen die West- und Südfront von Przemysl vor¬ 
zugehen, gegen das, falls ein Handstreich nicht zum Ziele führte, 
ein gewaltsamer Angriff eingeleitet werden sollte. 
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