Volltext: 'Leonstein'

eine ganz kleine Oeffnung; durch diese retteten sich Nachbe¬ 
nannte, da das Wasser schon ziemlich gefallen war, obschon 
mit Anstrengung in das kleine Borhaus. 
1. Simon Enickler, Kleinhammerer. 
2. Franz Langeder, Kleinhammerer, 
3. Adam Track, Hammerer, 
4. Karl Jungwirth, Hammerer, 
5. Matthias Feßl, Hammerer, 
6. Josef Lungenschmid, Abrichtergehilfe, 
7. Franz Weltbauner, Feilhauer, 
8. Friedrich Brunnleitner, Schleiferei, 
9. Franz Paul Hubinger, Vinzenz-Sohn, 
10. Johann Pießlinger, Beißkammer-Sohn, 
11. Heinrich Dürrer, Sehrjung. 
Eine halbe Stunde standen alle 11 Personen im Vor¬ 
hause bis an die Hüften im Wasser; der lamentierte, andere 
beteten, bis endlich, da sonst auch keine Hilfe möglich und 
das Einstürzen auch schon dem Vorhause drohte, der neu¬ 
eingetretene Kleinhammerer Franz Langeder, der dem Tode 
schon in mancher Schlacht ins Auge blickte, sich den Mut 
nahm, und es mit dem Ausdrucke lieber ertrinken, als er¬ 
schlagen lassen auf Leben oder Tod gegen den Kastanienbaum 
und das Herrenhaus wagte; es gelang ihm. Seinem Beispiele 
folgten nun alle Anderen, die gleichsam eine Kette bildend, 
sich so durch die noch ziemlich reißende Flut in das Herren¬ 
haus retteten. Franz Paul Hubinger rettete sich durch das 
Fenster gegen den Kastanienbaum, wo sich an der Außenseite 
eine Bank befand und klammerte sich mit beiden Händen an dem 
Fenstergitter. Das Wasser riß ihm zuletzt auch die Bank unter 
den Füßen weg; die Anderen retteten ihn nur mühsam. 
Spätere Versuche, durch das Fenster zu klimmen, blieben ohne 
Erfolg, reine Unmöglichkeit, die Todesangst schien ihn schmäch¬ 
tiger gestaltet zu haben. 
Nachbenannte vier Schicksalsgefährten, nämlich: Georg 
Pölz, Abrichter, Karl Ferstl, Kramrichter, Matthias Raberger, 
Färber, und Michael Pölzl, Kohlträger, retteten sich x nach 
dem dritten Einsturze mittelst eines Bettuches über die ab¬ 
gerissenen Mauern gegen das Hammerdach, klammerten sich
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.