Full text: Matosch-Gedenkbuch [20]

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20 Jahren werden Sie gerade so bekannt sein, wie ich!" Später trug ich 
auf seine spezielle Aufforderung von meinen Gedichten vor: „Brötl auf, 
Brötl ä", „Vom aufstehadn Wässerl", „Da andere Mensch", „Die alte 
Hausuhr" und äußerte er seinen aufrichtigen Beifall durch kräftigen Ap 
plaus und die oft wiederholten Worte: „Sehr gut, das war schön!" Diese 
Worte von meinem Meister werden immer in meinem Herzen eingegraben 
sein. Ein wenig später hielt er eine mir denkwürdige Ansprache: „Meine 
lieben Landsleute! Es freut mich immer, wenn ich in dieser: Verein 
komme, wenn ich sehe, daß unsere Heimatklänge urrd Lieder so vieler: Bei 
fall genießen und so geschätzt werden. Es ist aber mit umso größerer 
Freude zu begrüßen, daß nicht nur unter uns Alten unsere liebe Mund 
art gepflegt wird, sondern auch unter der jungen, heranwachsenden Gene 
ration. Sie haben da ein junges Talent unter sich, ich meine Herr:: Gold 
bacher, das wirklich zu der: schönsten Hoffnungen berechtigt. (Rufe: Heil 
Goldbacher!) Er hat einer: schöner klingender: Namen als ich, „Goldbacher" 
ist kerndeutsch, hoffen wir, daß es ihm recht viel Gold bringe:: wird. 
Schaffer: Sie nur fleißig fort in demselben Geiste, wie jetzt. Ich erhebe 
mein Glas auf das Wohl des Herrn Goldbacher!" (Allgemeines Heil!) 
Beim Abschied drückte er mir die Hand mit großer Herzlichkeit und er 
munterte mich nochmals, fleißig weiter zu schaffen. Ich sprach meinem 
Meister für die ehrenden Worte meiner: herzlichsten Dar:k aus und ging 
überglückselig nach Hause. 
Dem Gedenken des heimatlicher: Sängers Dr. A. Matosch: 
In Wald, da wird's städ. 
Ir: Wald, da wird's städ, 
Denn dö Singä sterbn a. 
Dö's am böffän harr: kinnä, 
Sän nirnrnä viel da. 
Ös blast dä grob Wind 
Hiatz schor: ganzö vier Jahr. 
Wer da nöt recht grarnpäd is, 
Mit der: wird's aft gar. 
Ja, ä Singä in Wald, 
Der hat's kinnä so guat. 
Ar: iadn Mändl in Ländl 
Hat's griegelt sein Bluat. 
Ös hat eahm alls zuaglost 
So gern, so viel gern. 
Vä zweitigst säns kernrnä: 
Der: Singä wollns Hern. 
Auf oanmal is gar gwön. 
Hat:: packt da grob Wind — 
Ja, ja, so ä Singä 
Kimmt nöt glei wiedä gschwind. 
Ir: Wald, da wird's städ, 
Denn dö Sir:gä sterbn ä. 
Dös am böffän harr: kinnä, 
Sän nirnmä viel da! 
Professor Gregor Goldbacher. 
Wier:-Steir:hof, 9. August 1918. Habe hier beigelegt ein Stück aus 
eir:err: Briefe des Malers Diller in Abschrift, enthaltend eine recht schöne 
und treffende Charakteristik urfferes Heimgegangener: Dichters. Dieselbe 
dürfte sich für das angeregte Matosch-Gedenker: eignen. Ich hätte selbst 
manches am Herzen, da ich in der: verflossener: 5 bis 6 Jahre::, ir: denen 
ich das Glück hatte, Matosch näher zu treten, starke Eindrücke vor: dem 
Dichter und Menscher: empfing. Leider fehlt mir die nötige Zeit zu einer 
würdigen schriftlicher: Arbeit. Rur so viel möchte ich kurz erwähr:en, daß 
mir Matosch als ein Kulturprogramm erscheint, das zu erfülle:: jedem 
Oberösterreicher und jedem Deutscher: nicht genug ans Herz gelegt werden
	        

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