Full text: 30. Folge (30. 1937)

^VISIOTISTJSj3IffiS 
NACHRICHTENBLATT 
für die jüdische Bevölkerung 
der Alpenländer. - Organ der 
N 
EU - 
IONISTISCHEN 
V.b.b. 
RC-AITISATION 
14.'Nissan 5697 
30.Folge. 
LINZ a.D., 26.März 1937- 
JABTINSKy»SÄiiJ»ACCUSEÄti]i 
Die wuchtige Anklage, die Jabotinsky vor der Königlichen Kom¬ 
mission gegen das Palästina-Regime erhob, hat nachhaltigsten Ein¬ 
druck nicht nur in der ganzen jüdischen Melt, sondern auch in allen 
interessierten nichtjüdischen Kreisen hervorgerufen. Auch die Lin¬ 
zer „Mitteilungen" beschäftigt sich in ihrer Ausgabe vom 16. ds. M. 
mit Jabotinsky's Aussage vor der Königl. Kommission, indem sie hie- 
zu einen Artikel der ;;Jüdischen Rundschau"' höhnischer Befriedigung 
abschreibt 
In dieser Kritik kann man zwar darüber nicht hinweg, dass Vi. 
Jabotinsky ein grosser jüdischer Patriot sei, dass seine Rede vor 
der Kommission eine rhetorische Meisterleistung gewesen wärt und 
ein allseitiges Echo gefunden hatte, aber man versucht nach dem 
errten Schock den imbestreitbaren Erfolg zu verdunkeln, denn 
Jabötinsky habe nur für die Propaganda seiner Partei gesprochen" 
T7er die rastlose Tätigkeit Jabotinsky's in den letzten Jahren 
mit einigem guten Hillen und unvoreingenommen verfolgt, kann sich, 
nicht der bewundernden Anerkennung entziehen Nein, diesem Manne 
war es nicht um Parteipropaganda zu tun, er hat nicht mit kühler 
Prof ess oren-Mürde einen Vortrag über Ethik und Parität gehalten, 
sondern -getragen von der unverfälschten, grossen Idee des Juden¬ 
staates und zutiefst aufgewühlt von der unermesslichen Judennot- 
seine Aussag«» vor der Kommission bo abgelegt, wie ein um sein jü¬ 
disches Volk, das er so heiss liebt und für das er sein Leben - 
wörtlich gemeint» eingesetzt hat und stets einzusetzen bereit ist, 
besorgter Führer sprechen m u s s t e . 
Er erinnert England an das dem jüdischen Volke gegebene Ver¬ 
sprechen vom Judenstaat beiderseits des Jordans, er beweist die 
wiederholten '/amungen an die Palästina-Verwaltung vor den bevor¬ 
stehenden Unruhen tmd dass nichts zur Verhütung des befürchteten 
Blutvergiessens vorgekehrt worden sei. Die Araber werden weiterhin 
verhätschelt, während seit vielen Monaten täglich Juden gemordet , 
die Mörder aber nicht eruiert oder sehr milde bestraft werden 
Hochverrat begehende arabische Beamte werden wieder in Amt und 'Vü-r- 
den eingesetzt tind die Juden entbehren jeglichen Schutzes. Das 
Wirtschaftsleben Palästina*s stockt, die Arbeitslosigkeit.wächst, 
das jüdische Aufbauwerk, das jüdische Nationalvermö- en, ist durch 
arabische Mord» und Brennbanden auf's schwerste gefährdet - Dies 
ist nur ein kleiner Auszug der wirklichen Lage und Geschehnisse in
        

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