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Marienlilie, glanzumftossen, 
Aus eines Volkes Herz entsprossen, 
Senährt von eines Volkes £ieb’l 
Dein Bild schwebt über meiner Welle, 
Wie auf den Wassern morgenhelle 
Der Seist des Schöpfers einst geruht; 
Und deines Hauches heilig Wehen 
Fühl’ ich wie frommes Beten gehen 
£eis über meine dunkle Flut. 
Die Stadt, die liebend ich umfange, 
Wohl schmück’ ich sie beim Wogensange 
Mit meines Sürtels Silberstreif; 
Doch du legst auf die Stirn, die holde, 
Den Schmuck von Cdelstein und Solde, 
Den königlichen Kronenreif. 
6s zögern meine raschen Wellen 
An deinen hehren Marmorschwellen, 
An deiner Zinnen Blumenkranz. 
Den Ruhm der heiligen Altäre, 
Sie tragen ihn zum fernen Meere 
Und träumen still von deinem Siemz. 
Manch stolze Veste sah ich fallen, 
Manch Heldenlied hört’ ich verhallen. 
Doch du wirst unvergänglich blühn, 
Vnd deines Volks Marienglaube 
Wird — eine sanfte Friedenstaube — 
Vm deine heil’gen Warten ziehn.
	        

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