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Rosen, Rosen sind’s, die glänzen 
lim der reinsten Jungfrau Bild, 
Rosen, Rosen sind’s, die kränzen 
Jhre Stirne, lieberfüllt. 
Jn des Domes weiten Hallen 
Blühn sie auf in heü’ger Lust, 
Jhre süßen Düfte wallen 
Aus der frommen Beter Brust. 
Schneeig weiß und purpurdunkel 
Strahlen sie in sanfter Pracht, 
Morgen wohl im Goldgefunkel 
Blühn sie in die stille Tlacht. 
feuchtend sank der Tag zur Rüste, 
Klar und mild, ein Maientag, 
Seine müde Tippe küßte 
Doch der Jungfrau Rosen wach. 
seife spinnt im Gisgeflimmer 
lüinternacht den Debelrauch, 
Doch in unverwelktem Schimmer 
Streun die Rosen ihren Hauch. 
Jmmer frisch, in ew’gem Lenze 
Blühen sie jahraus, jahrein, 
Schlingen ihre vollen Kränze 
Dm der Jungfrau heil’gen Schrein.
	        

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