Full text: Von Dante zu d'Annunzio

Don Dante zu (T Annunzio 
Zeit 3 ablaufenden streiten die Menschen darüber, ob ein 
Schicksal die Gleit regiere und ob dieser Zchicksa! wohlwollend oder 
böse, dumm oder weise oder vielleicht auch ganz blind und in¬ 
different sei. €$ bat Denker gegeben, die allen Ernstes behauptet 
haben, der Ceufel habe längst über Gott gesiegt und throne nun für 
alle Zeit über der Grde und ihren Geschicken. €$ hat andere gegeben, 
die die nicht minder absurde Anficht vertraten, die Uernunft sei etwas, 
das nur im menschlichen Gehirn existiere und mit der Natur und ihren 
Gesetzen nichts zu schatten habe. Mieder andere sind der Meinung, 
es gebe zwar einen Gott, aber er kümmere sich um die Melt nicht, 
womit allerdings der Begriff Gottes, den wir uns als eine tätige, 
schöpferische Kraft vorzustellen haben, so ziemlich aufgehoben wird. 
(Denn man sich einmal die Mühe machen wollte, alles, was jemals 
über dieses Problem gedacht worden ist, übersichtlich zusammenzu¬ 
stellen, so würde man sicher finden, das; es keine Eventualität gibt, 
die nicht ihre leidenschaftlichen und scharfsinnigen üertreter gefunden 
hat. 3n dieses Ghaos von Hypothesen kann man aber sogleich Ordnung 
bringen, wenn man sich vorstellt, das; sie nichts Zufälliges, nicht Sache 
der persönlichen Mahl und Millkür sind, sondern nur eine Zeichen¬ 
sprache, durch die eine bestimmte seelische Ueranlagung sich nach außen 
zu projizieren sucht. 3^der Mensch und jedes Uolk trägt seinen Gott 
und seinen Ceufel in sich. „3>t deiner Brust sind deines Schicksals 
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