Full text: Die Kriegführung im Sommer und Herbst 1917. Die Ereignisse außerhalb der Westfront bis November 1918. (13. 1942)

VII. Die Kriegführung der Gegner im 
Gommer und 6ecbft J9J7* 
Seit das französische Heer infolge seiner mißlungenen Frühjahrs- 
offensive und innerer Zersetzung nur noch beschränkt angriffsfähig war, 
während das britische Heer in Flandern kämpfte, um die deutschen Untersee¬ 
bootstützpunkte zu erobern, bestand zwischen den beiderseitigen operativen 
Maßnahmen kein unmittelbarer Zusammenhang mehr. Die Franzosen 
waren an der britischen Offensive nur mit ihrer 1. Armee (sechs Divisionen) 
beteiligt und hatten im übrigen durch ihre Angriffe, bei Verdun im August 
und gegen die Lauffaux-Ecke im Oktober, deutsche Kräfte zu binden ver¬ 
sucht. Noch weniger als zwischen den Westmächten selbst konnte von einer 
Zusammenarbeit zwischen ihnen und dem russischen Heere die Nede sein; 
dieses verfiel seinem Schicksal, ohne daß die Westmächte helfen konnten. 
Auch das italienische Heer erhielt erst nach schwerer Niederlage durch ihre 
Unterstützung die Möglichkeit, der Offensive der Mittelmächte am Piave 
endgültig Halt zu gebieten; sechs französische und fünf britische Divisionen 
waren dazu im November nach Oberitalien entsandt worden*). DieAbgabe 
bedeutete für die britische Heersührung einen willkommenen Grund zur 
Einstellung der überaus verlustreichen und auch sonst enttäuschenden Offen¬ 
sive in Flandern. 
Im Zusammenhang mit der Hilfeleistung für Italien ist es bei Be¬ 
sprechungen der führenden Generale und Staatsmänner in Rapallo am 
5. November zur Vereinheitlichung der gemeinsamen Kriegführung durch 
Bildung eines „Obersten Kriegsrats" der Verbündeten gekommen. 
Ihm sollten neben den leitenden Staatsmännern Frankreichs, Englands und 
Italiens und je einem weiteren Regierungsmitglied je ein General der ver¬ 
bündeten Staaten als Berater angehören, und zwar der französische General- 
stabschef General Foch, der englische General Wilson, der bereits früher die 
Verbindung mit der französischen Heeresleitung zu halten gehabt hatte und 
das besondere Vertrauen des Premierministers Lloyd George wie der 
Franzosen genoßt), für Italien der bisherige Oberbefehlshaber des Heeres 
!) 6.305. 
a) Bd. XII, S. Ivsf. 
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