Full text: Die Kriegführung im Sommer und Herbst 1917. Die Ereignisse außerhalb der Westfront bis November 1918. (13. 1942)

4. August. 
LS. August. 
192 Der Krieg im Öftcn. Offensive im Baltikum. 
Ludendorfs zunächst den 20. August in Aussicht, müßte sie aber, da die 
nötigen Kräfte in Galizien nicht zeitig genug frei wurden, auf den 1. Sep¬ 
tember verschieben. Von den Angriffstruppen hatte die 8. Armee vier 
Infanterie- und eine Kavallerie-Division zu stellen, acht Infanterie- 
Divisionen und weitere Kavallerie sollten zugeführt werden, dazu reichliche 
Artillerie, Minenwerfer, Pioniersormationen und Luftstreitkräfte). Der 
Antransport dieser Truppen, dazu der von Übersetz- und Brückengerät, 
von rund 650000 Schuß Artillerie- und Minenwerfer-Munition sowie 
von Verpflegung, mußte innerhalb von vier Wochen aus durchweg ein¬ 
gleisigen Bahnen erfolgen; doch gelang es durch schärfste Anspannung des 
Betriebes, den Aufmarsch mit insgesamt 829 Zügen rechtzeitig durch¬ 
zuführen. Eine Reihe von Täuschungsmahnahmen sollte den Gegner 
irreführen. Der plötzlich einsehende starke Bahnverkehr war aber nicht zu 
verbergen und veranlaßte die Russen zusammen mit Überläufer- und Agen¬ 
tenaussagen ihren bisher noch 16 Kilometer über die kurländische Aa nach 
Westen hinausreichenden rechten Flügel bereits am 20. August hinter 
diesen Flußlauf zurückzunehmen. 
Am 28.August bestimmte die Oberste Heeresleitung als erstes 
Ziel des Unternehmens die Gewinnung einer günstigeren und kürzeren 
Front östlich von Riga, lehnte aber weiteres Vorgehen auf Wenden abi 
Dagegen sollte die „Ausnutzung eines vollen Durchbruchsieges im Auf¬ 
rollen der Front nach Südosten in Richtung der Brückenköpfe Iakobstadt 
und Dünaburg im Bereich der Möglichkeit" bleiben. 
Bei der Durchführung des Angriffs handelte es sich darum, 
zunächst auf verhältnismäßig schmaler Front überraschend den Düna- 
Übergang zu erzwingen, dann so schnell als möglich den Kl. und Gr. Iägel 
zu überwinden und über die von Riga nach Walk und Pleskau führende 
Bahn und die Straße hinweg die Küste zu erreichen. Dabei waren vom 
Düna-Übergang bis zur Küste fast 35 Kilometer Luftlinie zurückzulegen. 
Dieser Raum aber war ausgefüllt von einem fast völlig ebenen Waldgebiet, 
das in der Angriffsrichtung nur von wenigen Wegen, quer zu dieser aber 
von zahlreichen Wasserläusen und Sumpsstreisen durchzogen ist. Inwie¬ 
weit in diesem Raum auf Bewegungsmöglichkeit außerhalb der Wege zu 
rechnen war, stand dahin. Für die rechte Flanke boten weite Sumpf- 
gebiete wertvollen Schutz. 
Von der gegenüberstehenden russischen 12. Armee nahm man an, 
daß hinter der Düna in dem für den Übergang in Aussicht genommenen 
Abschnitt zwischen Oger-Mündung und Kirchholm eine Division, zwei 
weitere Divisionen oberhalb bis in die Gegend von Friedrichstadt standen, 
an Reserven eine Division östlich, drei westlich von Riga und schließlich an
	        
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