Full text: Die Geschichte des jüdischen Volkes in Europa (5, Europäische Periode ; Das späte Mittelalter ; 1927)

Anhang 
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Rohmaterial für seinen Bau zusammenzutragen und es verwendbar zu 
machen. 
Wir wenden uns nun der Betrachtung der hier in Frage kommenden 
Gruppen von Quellen und literarischen Werken der Reihe nach zu. 
1. Akten und Regesten 
Für Deutschland und Österreich liegen uns zwei Codices von Regesten 
vor: der Schlußteil des uns bereits bekannten Werkes von Aronius 
(„Regesten zur Geschichte der Juden im Deutschen Reiche bis zum 
Jahre 1273“, Berl. 1902) sowie die ältere Sammlung von M. Wiener 
(„Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland während des Mittel 
alters“, Hannover 1862). Das Werk von Wiener bietet eine Zusammen 
stellung von etwa i4oo aus deutschen Aktenpublikationen und alten Chro 
niken geschöpften kurzen Auszügen, die mit manchen Unterbrechungen die 
Zeit vom Ausgang des XIII. bis Ende des XY. Jahrhunderts umfassen (die 
Dekrete der deutschen Kaiser sowie bayerischer und österreichischer Her 
zoge). Die Sammlung von Wiener ist nicht nur lückenhaft, sondern er 
mangelt auch jenes kritischen Apparates, der von Aronius geboten wird, 
bleibt aber für den Geschichtsschreiber dennoch nicht ohne Wert. Neben 
diesen allgemeinen Werken ist noch die speziell Frankfurt betreffende 
Sammlung von Kracauer („Urkundenbuch zur Geschichte der Juden in 
Frankfurt am Main, ii5o—i4oo“, Frankfurt a. M. 1914) zu nennen. 
Für Böhmen und Schlesien liegt die reichhaltige Akten- und Regesten 
sammlung von Bondy und Dworshy vor: „Zur Geschichte der Juden in 
Böhmen, Mähren und Schlesien, 906—1620“, Band I—II, Prag 1906. 
Die die Juden Ungarns betreffenden amtlichen Urkunden aus der Zeit 
vom XIII. bis zum Beginn des XYI. Jahrhunderts sind von A. Friss in 
seinen „Monumenta Hungariae judaica“, Budapest 1908, zusammengestellt. 
Das auf Südeuropa bezügliche Aktenmaterial, das bisher veröffentlicht 
ist, verteilt sich auf die verschiedenen Länder in überaus ungleichmäßiger 
Weise. Die 210 von M. Stern gesammelten päpstlichen Bullen aus dem 
Zeitraum vom XIII.—XYI. Jahrhundert („Urkundliche Beiträge über die 
Stellung der Päpste zu den Juden“, HeftI—II, Kiel 1893—1896) betreffen 
nicht nur die Juden Italiens, sondern auch die anderer katholischer Län 
der; die nicht zu Ende geführte Publikation bedarf noch weitestgehender 
Ergänzungen. Erschöpfenden Stoff, etwa 1000 ungekürzte Urkunden, bie 
ten die Brüder Lagumina für die Geschichte der Juden in dem unter 
aragonischer Herrschaft stehenden Sizilien, die die Zeitspanne vom Ende 
des XIII. Jahrhunderts bis zum Ende des XY. Jahrhunderts umfaßt: 
„Codice diplomatico dei Giudei di Sicilia“, Band I—III, Palermo i884 
bis 1895. In Spanien ist es bisher nur Aragonien, dem besondere Be 
achtung zuteil geworden ist: der französische Forscher Jean Regne för 
derte im Staatsarchiv von Barcelona 3456 auf die Geschichte der Juden 
in Aragonien von 1213 bis 1327 bezügliche Regesten zutage („Catalogue
	        
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