Full text: Österreichs Kriege seit 1495

Schlussbetrachtung und statistische Übersicht der Kämpfe Österreichs. 200 
an Todten (Vermissten) und Verwundeten, als die massgebendsten 
Verlustzahlen, 233 Generale, 12.857 Officiere und 773.981 Mann, 
Die Zahl der in feindliche Kriegsgefangenschaft Gerathenen 
beträgt überdies 56 Generale, 4174 Officiere und 289.041 Mann. 
Es giengen ferner an den Feind verloren oder wurden ein- 
gebüsst: 
1805 Kanonen, 712 Fahnen, 257 Standarten, 129.227 Pferde 
und 3910 Wagen etc. 
Auf feindlicher Seite beziffern sich die angeblichen und weit 
unter der Wirklichkeit stehenden GesammtVerluste auf: 305 Generale, 
10.099 Officiere und 1,227.656 Mann. 
Von diesen sind als Todte, Vermisste und Verwundete zu 
rechnen: 279 Generale, 5499 Officiere und 760.177 Mann. 
Ausser diesen waren in Kriegsgefangenschaft gerathen: 159 Gene 
rale, 8044 Officiere und 359.079 Mann. 
An Kriegstrophäen u. dgl. wurden eingebüsst: 
4101 Kanonen, 1754 Fahnen, 279 Standarten, 13.682 Pferde 
und 11.833 Wagen etc. 
Diese verhältnissmässig geringen Summen werden wohl einiger- 
massen befremden, wenn man erwägt, dass die von beiden Theilen 
erlittenen Verluste auf mehr als vierthalb Jahrhunderte vertheilt 
sind; es wurde aber schon vorne bemerkt, aus welchem Grunde eine 
Vollständigkeit in dieser Hinsicht zu bieten als unthunlich erscheinen 
muss, daher die angeführten Zahlen auch als weit unter der Wirklich 
keit zu betrachten sind. 
Aber auch diese Ziffern sind Ehrenzahlen, welche Beweise der 
Tüchtigkeit und von dem Grade der Hingebung und der Opferwillig 
keit der kaiserlichen Armeen und des Volkes zu allen Zeiten abgelegt 
haben; sie sind beredte Zahlen, die Zeugniss geben von der muth 
vollen Hingebung, erhabenen Treue und aufopfernden Tapferkeit der 
kaiserlichen Heere, durch, welche diese so oft die Monarchie nicht nur 
vor den Gefahren innerer Bewegungen gerettet, sondern auch, und 
meist, gegen auswärtige Feinde bewahrt hatten. Nach vielen und rühm 
vollen Siegen trat wohl auch ein Wechsel dos Glückes mit schweren 
Unfällen ein, Eines aber blieb sich bei den erschütterndsten Unfällen 
sowohl wie in den glänzendsten Siegen immer gleich: ihre dynastische 
Treue und ihre unbedingte Hingebung an ihre Führer und Fahnen, 
der aufopferndste Holdenmuth, zähe Ausdauer und gleiche Kampflust 
in jeder Lage, mit Einem Worte der echte Kriegergeist, welche Eigen 
schaften Österreichs Armee zu allen Zeiten auszeichneten, und welche ihr 
auch immerdar eigen bleiben werden. t> , ■» * . 
ö Roth au sch er, Oberst* 
Vorstand dea ScUriften-ArchiYßV-
        

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