Volltext: Vom Kriegsausbruch bis zum Ausgang der Schlacht bei Limanowa-Lapanów ; 1. Das Kriegsjahr 1914 ; [Textbd.] ; (1. Das Kriegsjahr 1914 ; [Textbd.] ;)

794 
Der Feldzug von Limanowa-Lapanów 
Die 4. KD. mußte vor überlegener feindlicher Infanterie auf die 
Höhe nördlich von Rytro ausweichen, während ihr Detachement Obst. 
Weisz bei Na Rzece gebunden blieb. 
Trote des erfolgreichen Gegenangriffes bei Lapanów waren indes 
die Wünsche der russischen Führung nicht restlos in Erfüllung gegangen. 
Denn Brussilow hatte dem VIII. Korps befohlen „alle Kräfte anzuspannen, 
um noch heute [10. Dezember] die Straße Rzegocina—Limanowa in die 
Hand zu bekommen1)". Dies war ihm aber nicht gelungen. 
Das k. u. k. AOK. war über die neuerlichen bedeutenden Kräftever¬ 
schiebungen zur Stützung Dimitriews gut unterrichtet. Eben war inTeschen 
auch die Nachricht über die unglücklichen Kämpfe in Serbien eingetroffen. 
Dazu kam die Meldung über die auffallend hohen Verluste, die bei einzelnen 
Truppenkörpern der Armee Boroevic durch Fahnenflucht während der 
Rückzugsgefechte — eine Folge der österreichfeindlichen nationalen Pro¬ 
paganda — entstanden waren. 
Es erscheint daher begreiflich, daß Gdl. Conrad nach dem Rück¬ 
schläge bei Lapanów den 10. Dezember als einen jener Tage bezeichnete, 
die hohe Anforderungen an Geduld und Gleichmut stellten2). Dennoch 
hielt er daran fest, diesen Kampf zum „siegreichen Ende zu führen und 
ihm daher noch weitere Kräfte zuzuführen", die er mit Rücksicht auf die 
Gesamtlage der I.Armee entnahm. Das l.Armeekmdo. erhielt den Be¬ 
fehl, das aus der Gruppe Tschurtschenthaler (43. und 44. SchD.) gebil¬ 
dete XVIII. Korps aus der Front zu ziehen und bis 14. zum etwaigen 
Ab transporte zur 4. Armee bereitzustellen. 
Das 4. Armeekmdo. beabsichtigte am 11. Dezember mit dem Feinde 
nur scharfe Fühlung zu halten, ohne sich auf verlustreiche Angriffe ein¬ 
zulassen und auf dem Südflügel die angebahnte Umfassung durch die 
39. HID. sowie das Eingreifen der 3. Armee abzuwarten. 
Für den Entschluß des FML. Roth war in erster Linie bestimmend, 
daß die Russen über die Stradomka nicht nachdrängten, was auf ein Er¬ 
lahmen ihrer Angriffskraft deutete. Übrigens stand ihm zur Stützung des 
Nordflügels dort noch die 15.ID. zur Verfügung. Dagegen hatten sich 
die Vorstöße des Feindes gegen die Gruppe bei Limanowa an Kraft und 
Ausdehnung gesteigert, so daß hier ein rascher Gegenzug geboten war. 
Da die vom AOK. zugeführten Verstärkungen diesem Räume un¬ 
mittelbar zuflössen, kam FML. Roth wieder auf seinen ursprünglichen 
Plan zurück und gedachte die Entscheidung durch Umfassung des feînd- 
1) Nesnamow, III, 21. 
2) Conr a d, V, 713.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.