Hochspannung in den Beskiden
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Gdl. Boroevic griff jedoch ein und befahl dem VII. Korps, im Hinblick
auf den von Südosten angesetzten Angriff der neuangekommenen Kräfte
standzuhalten.
Links vom VII. Korps hatte die 28. ID. westlich von Laborczfö die
nachstoßenden Russen aufgehalten. Kritischer war indes die Lage bei der
22. SchD. geworden. Um den gegen Mezölaborcz einschwenkenden Truppen
die Flanke zu decken, stieß die 12. sib. SchD. nach Czeremcha vor. Rechts
von ihr versuchte die 3.SchBrig., die Stellungen auf dem Duklapaß von
Osten her aufzurollen. Die große Frontausdehnung der. 22. SchD*. sowie
das mit dichtem Hochwald bewachsene Berggelände erschwerten die
Übersicht im Gefecht. Am Spätnachmittag des 24. brachen die Russen in
die Stellungen am rechten Flügel der 22. SchD. ein. Eine tapfere Gruppe
unter Obst. Zahradniczek warf sich dem Feinde entgegen und trieb ihn
am Abend nach zähem Kampfe zurück. Auch auf dem linken Flügel der
6. ID., FML. Gelb, griff der Russe an, vor dem IX. Korps blieb er noch
zaghaft stehen.
Um die Führung der Verteidigung zu vereinfachen und Ordnung in
die durchmengten Verbände zu bringen, faßte das Armeekmdo. nunmehr
seine Kräfte in zwei Gruppen zusammen : das VII. und das III. Korps unter
Gdl. Colerus und das IX. Korps mit der 5.HKD. und drei Landsturm¬
bataillonen unter FZM. Friedel. Die Gruppe Colerus wurde auf Sztropkó
basiert. Ihr fiel die Aufgabe der Verteidigung der Laborczalinie und
der Duklasenke zu; die Gruppe Friedel hatte die Einbruchswege von
Krempna und Konieczna nach Zboro und über den Tyliczsattel zu decken.
Am 25. November drängte der Feind über Mezölaborcz nicht weiter
nach. Als aber eine russische Abteilung — es waren vermutlich Teile der
49. ID. — bei Koskócz die Laborcza überschritt, befahl Boroevic die
5.HKD. vom IX.Korps nach Sztropkó herüber, um mit ihr den Rücken
des VII. Korps zu decken. Gegen das III. Korps war der Druck des russi¬
schen XII. Korps aus der Linie Jasliska—Krempna an diesem Tag ge¬
wachsen. Die russische 3.SchBrig. versuchte abermals, sich nördlich von
Czeremcha den Weg in den Rücken des Duklapasses zu öffnen. Die
Truppen des III. Korps schlugen aber alle Angriffe standhaft ab.
Am nächsten Morgen verhielt sich der Feind vor dem linken Flügel
der 3. Armee zunächst passiv. Gegen Mittag wurde die 22. SchD. neuerlich
aus der Gegend von Czeremcha angegriffen. Die Russen brachen in die
Stellungen ein und drängten gegen die Ostflanke des Duklapasses vor.
Schon wollte man die gefährdete 6. ID. auf die Südhänge des Bergsattels
zurücknehmen. Da klammerte sich die von FML. Schmidt-Fussina ge¬