Pfleg gericht Gastei n.
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In der Pfarrkirche werden die Gemählde an den zwey
größeren Seitenaltären gerühmt: die Geburt Christi
.und die Erscheinung der Weisen aus dem Mor¬
gen lande. Im ersteren richtet eine aus dem Grabe em¬
porsteigende Mutter mit einem erst gebornen Säugling im
Arme den Blick dankend aufwärts. Sie sey scheinbar
verschieden in die Gruft gesenkt, zufällig aber wieder
gerettet worden, und habe glücklich geboren. Zum frommen
Andenken habe ihr Gemahl, Pfleger in Klammstein, diese
Geschichte mahlen lassen. So die Sage! Hier und in den
Seitenkapellen zeigen Epitaphien die Ruhestätte der Stroch-
ner (1476, 1489 )/ der Geißler, Grimming, von
Zauner, Christoph Weitmoser (1553 nach dem salzb.
Jntelligenzblatte 1300 Nr. 3 und 6), Straffer, Krü-
ner (1568, 1572, 1531), Engelmoor, Hölzl, Feuer-
singer (1549) re. An der oberen Kirchhofmauer re.
bewahren große Marmorplatten das Andenken der Zotten,
Haunsberg (1508), Rosenberg, Katzbeck, Keuyl,
Schmelzing, Anfang, Schott, Prank, Kirch-
pichler, Dietrichstein, Perner, Aufner, Speuck,
Ayden, Zauchner, Zappler, Vätzl, Mayr, Baum-
garten, LeikHofer, Klain re. Schade, daß diese
merkwürdigen Ueberreste allen Unbilden ausgesetzt sind!
Der erste Pfarrer zu H 0 f g a st e 1' n war Herr Michael
1527 , 1349 Rugerus, Magister scliolarum salisb.
Unter den noch stehenden Profangebäuden verdienen be¬
merkt zu werden: zwey Getreidmagazine; der Strafferhof,
jetzt das Bräuerhaus mit einem gewölbten Saale; die Rui¬
nen der Weitmoser im Hausraume des Platzbäckers ; die Ver¬
sammlungsstube der Gewerken, in der Speisverwaltung mit
den Wapen des Hanns Weitmoser und der Ursula v. Moß-
haim, der Zottenhof an der Bräuerey, das Anfang Schloß re.,
alle diese mit schönen Fenstern, Schnitzwerken, karnelirten
Säulen von Serpentin (die Brüche davon 1 Stunde von Hof)
reichlich geziert, an der Eingangsthüre Nr. 109 vom Kenner
auch die Gesetze der Akustik zu bemerken.
Weit führet die Ortsgeschichte zurück. 894- soll hier die
erste Kirche erbaut worden seyn; schon früher stand hier eine
Kapelle zu U. L. Fr. am Griese. Sie kommt 1223 als Pfarr¬
kirche vor. 1243 verwendete Erzbischof Eberhard II.
die Einkünfte der Pfarre zur Dotirung der 3 vorzüglichsten
Präbenden am Domstifte. 3m Jahre 1539 verbrannte die
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