Full text: Der Heldenweg des Zweier-Landsturm 1914 - 1918

ferial von rückwärts in die Stellungen wurde denn nun auch fieber¬ 
haft betrieben. 
Am 18. August begann die italienische Artillerie auf der ganzen 
Front, von Mrzli vrch bis zum Meer ihr Zerstörungsfeuer, das den 
ganzen Tag und die Nacht über anhielt. Am 19. August, bald nach 
Aufgang der Sonne — ein schier undurchsichtiger, beißender Qualm 
lag über dem Schlachtfeld — ging die italienische Infanterie zum An¬ 
griff über. Im Abschnitt des Linzer Landsturms richteten sich die Be¬ 
strebungen des Gegners hauptsächlich gegen di&JSohe 174 im Pano-, 
witzer Wald, gegen die weit vorgeschobene Raupenstellung und nörd- 
^ich^dàmm^gegen die Weinbergkuppe (Kote 126) bei Grazigna, auf 
der auch vier Maschinengewehre bei Ldst. 1 eingeteilt waren. Die 
Sandsackstellung im sumpfigen Boden zwischen Panowitzer Wald und 
Weinbergkuppe war so gut wie entblößt und der größten Einbruchs¬ 
gefahr ausgesetzt. Der Gegner wurde überall, wo er einzudringen 
vermochte, sofort in Gegenstößen geworfen und ließ zahlreiche Ge¬ 
fangene in den Händen der Verteidiger. Die Kämpfe zogen sich, 
immer wieder vom Bergeltungsseuer der Italiener unterbrochen, 
tagelang hin, sie flackerte einmal da, einmal dort auf. Am 20. August 
mußte der Feind im Südabschnitt Panowitz durch einen Gegenstoß 
geworfen werden, der blutig und erbittert war. Am 21. August trat 
dann an der Görzer Front verhältnismäßig Ruhe ein. Der Gegner 
hatte indes die Hauptmassen seiner Angriffskolonnen auf der Hoch¬ 
fläche von Bainsizza—Heiligengeist eingesetzt, wo ihm auch der 
Durchbruch glückte, so daß sich für die dortigen Truppen eine Krise 
ergab,- sie konnte aber nach Preisgabe eines Teiles der unwirtlichen 
Karsthochfläche gebannt werden. 
Auch der Monte Santo fiel den Italienern in die Hände und 
der rechte Flügel des Monte San Gabriele, auf dem der Linzer 
Landsturm im Mai dem Gegner so tapfer getrotzt hatte, wurde damit 
aufs äußerste bedroht. Am 31. August führte die Sturmhalbkom- 
pagnie des Landsturmes 2 eine Aktion durch, die glückte; 5 Offiziere 
und 147 Mann wurden gefangen. Die am 3. September vorbereitete 
Unternehmung glückte nur halb, da die Besetzung des gesäuberten 
Stellungsteiles nicht gelang. Im Panowitzer Wald war auf Kote 174 
die Situation so, daß unsere Posten von den italienischen nur durch 
eine verstärkte Sandsackmauer getrennt waren,' sie standen sich 
Aug in Aug auf einen Meter Entfernung gegenüber und hatten 
gemeinsame Schußscharten. Anter diesen Umständen war an Feind¬ 
seligkeiten nicht mehr zu denken, es war vielmehr ein Waffenstill¬ 
stand eingetreten, der sogar zu Tauschgeschäften zwischen den beiden 
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